Eine kleine Interviewauswahl mit Auszügen der Gespräche - alle Interviews in Gesamtlänge auf Anfrage verfügbar -
Kunst und Schauspiel
"Gerade in der Kreativität ist die Melancholie ein starker Antrieb"
Sabin Tambrea
"Von uns wird es keiner sein" Eine anonyme Suizidankündigung in den sozialen Netzwerken hebt die Welt an einer Schule aus den Angeln. Der Fernsehfilm wird im Rahmen des Programmschwerpunkts "Psychisch stark - Wege aus der Depression" ausgestrahlt.
Interview Oktober 2025
Marion Graeber
Hallo lieber Herr Tambrea, rufen Sie von Berlin aus an?
Antwort: Ja, momentan befinde ich mich in Berlin.
Kennen Sie Stuttgart?
Antwort: Kennen wäre übertrieben. Vor nicht allzu langer Zeit war ich mit einer Lesung aus meinem Roman Vaterländer im Theaterhaus – das war eine sehr schöne Erfahrung.
Heute geht es um den Film „Von uns wird es keiner sein“.
Antwort: Genau. Konnten Sie den Film sehen?
Ja, ich hab ihn bereits als Pressekopie anschauen können. Wo wurde der Film gedreht? In Berlin?
Antwort: Die Dreharbeiten fanden im Frühjahr 2024 im Umfeld von Köln statt.
Der Film beinhaltet viele Themen. Im Kern geht es um die mentale Gesundheit, Depressionen und Suizid. Einen Tag nach der TV-Ausstrahlung sendet das ZDF zusätzlich eine 37°-Reportage „Kampf im Kopf“, die diese Themen aufgreift.
Antwort: Ja, es handelt sich um eine Themenwoche, die das ZDF zusammengestellt hat.
„Ich höre ganz unterschiedliche Musik“
Jean-Yves Berteloot
14. September 1958: Im Privathaus des französischen Ministerpräsidenten Charles de Gaulle wartet man auf den deutschen Kanzler Konrad Adenauer. Es ist die erste Begegnung der beiden. Film und Dokumentation / ZDF und ARTE.
Interview im August 2025
Marion Graeber
Hallo lieber Herr Berteloot, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich. Erreiche ich Sie in Paris?
Im Moment bin ich in Lille in Nordfrankreich. Ich lebe in Paris und in Nordfrankreich.
Ich sage es gleich zu Anfang „Ich liebe Frankreich“
Das ist gut für den französischen Schauspieler. Lacht.
Französisch ist auch die schönste Sprache der Welt.
Ich habe schon daran gedacht nur auf französisch zu antworten … Ein Scherz … Lacht.
"In Stuttgart schaue ich gerne vom Eugensplatz über die Stadt und esse ein Eis bei Pinguin"
Odine Johne
ARD-Thriller "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln". Die nordatlantischen Färöer Inseln dienen als von rauer See umtoster Schauplatz eines ungewöhnlichen Thrillers: Auf der Suche nach einem aufwühlenden Geheimnis begibt sich Odine Johne zwischen die Fronten eines erbitterten Konflikts zwischen einheimischen Traditionalisten und internationalen Walschützern.
Im Gespräch mit Odine Johne
Marion Graeber im März 2025
Sie leben in Berlin? Haben Sie ab und zu Sehnsucht nach Stuttgart?
Nach meiner Familie auf jeden Fall!
Bevor ich zu meiner ersten Frage zum Film "Mordlichter - Tod auf den Färöer Inseln" komme - sind Sie in Stuttgart City geboren und aufgewachsen - also ein Stadtkind?
Ja, ich bin mitten in Stuttgart aufgewachsen, im Stadtteil Heslach, der hat aber auch etwas Dörfliches, man kennt sich auf den Straßen. Das war toll als Kind.
Zentral im Film der traditionelle Walfang, die Jagd auf Wale, auf den Färöer Inseln. Die Inseln sind karg. Man lebte von Wal, Fisch und Schaf. Da sind viele Traditionen auf der Insel. Wie blicken Sie darauf?
Ich wollte schon als Kind lieber, dass die Tiere leben, anstatt, dass wir sie essen. Delfine, zu denen auch die Grindwale zählen, waren meine Lieblingstiere. Die Bilder der Waljagd auf den Färöer Inseln waren für mich demnach sehr verstörend.
Im Gespräch mit Cornelia Gröschel
Marion Graeber im Februar 2025
Vielen Dank, liebe Frau Gröschel, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich. In "Verhängnisvolle Leidenschaft - Sylt" sind Sie in Ihrer Rolle als Nina zu sehen. Wie beschreiben Sie Ihre Rolle und was hat Sie am Drehbuch gereizt?
Nina ist eine Frau, die nach einem traumatischen Erlebnis im Polizeidienst Abstand und Ruhe sucht. Dabei landet sie auf Sylt und beginnt eine Affäre - so weit, so klassisch. Gereizt hat mich an der Rolle, die feinen psychologischen Nuancen herauszuarbeiten: die Zweifel, die Lust, das schlechte Gewissen ihrem Ehemann gegenüber, die Aufregung, die Leidenschaft, die Lust auf das Unbekannte und die Angst vor der Veränderung.
Wann wurde gedreht?
Ende August bis Anfang Oktober 2024
Für die Drehorte wurden unterschiedliche Locations gewählt. Die Villen würde ich eher nach Berlin verorten ;) Auch bei den Naturaufnahmen, Wiesen, Wäldern bin ich gedanklich nicht so sehr auf Sylt. Wo waren die Drehorte?
Wir haben an unterschiedlichen Orten wie Sylt, Norderney, Potsdam, Umland und Berlin gedreht.
Hat die Wahl der Drehorte auch viel mit den Kosten der Produktion zu tun?
Das können der Sender und die Produktionsfirma besser beantworten als ich.
"Verhängnisvolle Leidenschaft - Sylt" - glauben Sie, dass das Leben uns manchmal zu Menschen führt, die uns mit einer gewissen Leidenschaft berühren?
Definitiv. Es ist spannend zu beobachten, welch unterschiedliche, emotionale oder leidenschaftliche Reaktion verschiedene Menschen in einem selbst auslösen können, sei es nun eine freudige, wütende oder mitfühlende Reaktion. Das macht die Begegnung mit Menschen so aufregend und interessant, finde ich.
Apropos Leidenschaft - ich habe gelesen, dass Sie in einer Künstlerfamilie aufgewachsen sind. Sie haben früh schon Ballett getanzt. Sind Tanz, Bewegung, Musik eine Leidenschaft von Ihnen?
Das Tanzen wurde mit den Jahren zu einer Leidenschaft, ja. Als Kind war es etwas, das ich eben einfach gemacht habe, aber über die Jahre entwickelte es sich zu einer nonverbalen Ausdrucksform, die ich nicht missen möchte.
"Ich war in Buenos Aires mal auf einem Tango-Abend, der mich emotional sehr berührt hat"
Diana Amft
Marlene steht kurz vor dem Finale ihrer Romanreihe und bereitet sich auf eine große Lesung vor. Carla soll darüber berichten Auf einmal wird sie in die Geschichte magisch hineingezogen und versucht mit Gretas Hilfe das Bergdorf Glocksberg zu retten. Plötzlich verwandelt sich Carlas Berlin in ein pittoresk-romantisches Bergdorf vor herrlicher Bergkulisse mit Puderzuckerschnee und Carla ist nicht mehr ganz Carla, sondern Alpenbäckerin Lilia LeClerk, eine Figur, von ihrer Mutter mit Herzblut erdacht. ....
ZDF 16.12.2024 und bereits in der ZDFmediathek
Im Gespräch mit Diana Amft
Im November 2024
Hallo liebe Frau Amft, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für mich nehmen. Vielen Dank!
- Gerne! Vielen herzlichen Dank, das Sie sich für unseren Film interessieren.
Am 16.12.24 wird der Film „Zitronenherzen“ im ZDF zu sehen sein. Wann wurde gedreht und wo?
- gedreht wurde Anfang des Jahres in Wien und Ginzling. Letzteres war tatsächlich, wie man auch im Film sehen kann, ein absolutes Winter-Wonderland.
Wie empfinden Sie die Weihnachtszeit (in der Hauptstadt). Freuen Sie sich auf diese Zeit?
- Ich finde die Zeit wirklich immer sehr schön. Es gefällt mir, wenn alles so schön dekoriert und beleuchtet ist.
Was bedeutet Ihnen Weihnachten? Gibt es in Ihrer Familie Traditionen und/oder Rituale?
- Weihnachten ist für mich schon was Besonderes, aber da ich auch schon sehr oft Weihnachten im Ausland verbracht habe, gibt es in dem Sinne bei mir tatsächlich keine klassische Tradition. Aber ich mag es, die unterschiedlichen Traditionen in anderen Ländern mitzubekommen.
Sie sind selbst Autorin von Kinderbüchern (Die kleine Spinne Widerlich). Wie ist Ihre Leidenschaft zum Schreiben entstanden?
- Es hat mir schon immer Spaß gemacht Geschichten zu erfinden und sie aufzuschreiben. So richtig zum Schreiben gekommen bin ich jedoch durch meinen Beruf als Schauspielerin. Ich wollte einfach versuchen mich in der Zeit zwischen den Projekten zu beschäftigen. Ich habe viele angefangene Sachen in der Schublade liegen, wie man so sagt. Und die Geschichte um die kleine Spinne Widerlich war irgendwie die erste die fertig wurde und rund gewirkt hat. Es freut mich natürlich, dass es so gut ankommt und mich somit zur Kinderbuchautorin gemacht hat. Mal sehen ob einer meiner angefangen Romane mal fertig wird... (lacht).
Wenn Sie ein Lied wären ...
"Wenn ich ein Lied wäre, wäre ich ein richtig guter Popsong auf den man gut tanzen kann"
Melanie Marschke
SOKO Leipzig ab Feitag, 27. September 2024, 21.15 Uhr
Im Gespräch mit Melanie Marschke
Marion Graeber im August 24
Hallo liebe Frau Marschke, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Sehr gerne.
Die SOKO Leipzig findet logischerweise in Leipzig statt, Sie leben in Leipzig, sind Sie im Moment in Leipzig?
Ja, ich bin gerade in Leipzig. Tatsächlich haben wir bereits Drehstart des neuen Drehblocks.
Dann sind Sie in einem Büro?
Ich bin zuhause. Habe heute drehfrei und kann in Ruhe telefonieren. Lächelt.
Sie sind in Lübeck geboren und aufgewachsen. Fehlt Ihnen, ich sag mal die 'Alte Heimat', das Meer, die Ostsee?
Ja, total. Fehlt mir wirklich sehr. Das wird auch, je länger ich weg bin und um so älter ich werde, immer mehr. Egal wo ich bin – Ost- oder Nordsee – da
werde ich wehmütig. Ich liebe es am Meer zu sein.
In welchem Alter sind Sie nach Leipzig gezogen?
Mit 30, direkt von Lübeck nach Leipzig.
"Der Tango ist für mich diese Balance zwischen - auf den eigenen Füßen stehen und Hingabe"
Katharina Blaschke
SOKO Wismar – neue Folgen ab Mittwoch, 2. Oktober 24, 18 Uhr ZDF. Doppelter Grund zum Feiern bei der „SOKO Wismar“. Seit 20 Jahren ermitteln sie, und am Mittwoch, 25. September 24, startet die 20. Staffel der Vorabendserie in der ZDFmediathek. Neben Dienststellenleiter Jan-Hinrich Reuter (Udo Kroschwald) begeben sich Hauptkommissarin Karoline Joost (Nike Fuhrmann) und Kollege Lars Pöhlmann (Dominic Boeer) samt Kollegen wieder auf
Verbrecherjagd an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern und können dabei auch wieder auf die scharfen Augen von Rechtsmedizinerin Helene Sturbeck(Katharina Blaschke) zählen.
Im Gespräch mit Katharina Blaschke
Marion Graeber im September 2024
Hallo liebe Frau Blaschke, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich.
Ganz meinerseits.
Passt es bei Ihnen gerade, sind Sie bereit?
Ich sitze hier mit einer Tasse Tee und bin bereit. Lächelt.
Wo erreiche ich Sie? Sie leben in Berlin?
Ja, ich lebe in Berlin und bin auch gerade in Berlin.
Sie leben in Berlin, sind ein Hamburger Kind und sind Teil des SOKO Wismar Teams - alles etwas nördliches/nordöstliches Deutschland. Da fühlen Sie sich wohl?
Unbedingt. Mir kommt die Mentalität entgegen. Das Wasser. Wismar ist auch eine wunderschöne Stadt.
SOKO Wismar wird, soweit ich weiß, nur zu einem Viertel in Wismar gedreht. Die meisten Aufnahmen entstehen in und um Berlin. Das stimmt so?
Das ist richtig. Wir drehen so allerlei im Studio und auch in der Peripherie Berlins. Wenn eine Szene im Wald oder an einem See spielt, dann ist es relativ
egal wo wir tatsächlich sind . Nicht wirklich egal aber logistisch ein zu großer Aufwand mit dem in Wismar befindlichen Baum zu drehen.
Auch eine Kostenfrage ...
Das stimmt. Wir sind ja auch alle aus Berlin.
"Musik ist für mich Ausdruck eines Lebensgefühls"
Bettina Zimmermann
Ein kleines Jubiläum: Die zehnte Staffel. Der Frankfurter Anwalt Benni Hornberg (Antoine Monot) und sein Kumpel, Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) kehren mit vier neuen Folgen auf den Bildschirm zurück. Bei ihren Ermittlungen geraten sie immer wieder Staatsanwältin Claudia Strauss (Bettina Zimmermann) in die Quere.
Ab Freitag, 13. September 24, 20.15 Uhr ZDF (Freitag, 6. September 24, ab 10 Uhr in der ZDF Mediathek)
Im Gespräch mit Bettina Zimmermann
Marion Graeber / August 2024
Hallo liebe Frau Zimmermann, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich. Sie leben in Brandenburg. Sind Sie gerade zuhause und ich bin
mit Brandenburg verbunden?
Sie sind mit dem bewölkten Brandenburg verbunden, ja. Sie sind in Stuttgart? Bei Ihnen scheint bestimmt die Sonne.
Bei uns ist es tatsächlich auch bewölkt.
Das ist doch verrückt mit dem Wetter. Wobei wir uns gerade hier in Brandenburg eigentlich nicht beklagen dürfen, wenn es regnet.
Ja, Sie haben in Brandenburg immer wieder mit Waldbränden zu tun …
Ja, die vergangenen Jahre war es schon extrem trocken. Andererseits ist es für Familien mit Kindern, die nicht wegfahren können in den Sommerferien, auch schade, wenn sie wegen des Regens nichts unternehmen können.
Es sind die Unwetter, die so unangenehm sind ...
Ja. Erst sind es über 30 Grad, dann Temperatursturz auf unter 20.
Dabei lieben Sie Ihren Garten, habe ich gelesen.
Oh ja, die Natur explodiert derzeit.
"Ich habe meine Musik im Herzen und im Kopf"
Maren Kroymann
Zwei Jahre nach der erfolgreichen Komödie "Mona & Marie" über die zwei ungleichen Schwestern gibt es nun ein Wiedersehen. Monas 70. Geburtstag steht vor der Tür - oh Gott! Was für eine Zahl. Nur gut, dass sie nicht weiß, dass ihre Schwester Marie eine Überraschungsparty für sie organisiert. Zu allem Überfluss läuft die Pension schlecht, die Küchengeräte streiken, Monas Tochter Sophie wird von ihrer Frau betrogen, und dann kommt auch noch die Liebe in den Weg .....
"Mona & Marie - Ein etwas anderer Geburtstag" Komödie - Montag, 4. Dezember 23, 20.15 Uhr ZDF
Im Gespräch mit Maren Kroymann
Marion Graeber im November 23
Hallo liebe Fau Kroymann. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Guten Tag, Frau Graeber. Ja klar, sehr gerne.
Sie leben in Berlin… Sind Sie gerade zuhause?
Ja, ich bin in Berlin. Ich habe gerade meine neue Folge „Kroymann“ abgedreht. Vor mir habe ich meine Tournee, welche mich auch nach Süddeutschland führt. Jetzt sitze ich an meinem Schreibtisch, vor meinem Rechner. Lächelt.
Sie sind in Tübingen aufgewachsen. Mein Dialekt ist Ihnen bestimmt vertraut.
Das höre ich immer gerne. Ich habe den schwäbischen Dialekt erst später gelernt, da ich Berliner Eltern hatte. I kanns aber scho au no.
Mein Papa ist in Berlin groß geworden. Meine Mama am Bodensee. Bei mir hat sich der Stuttgarter Dialekt durchgesetzt. …
In welchem Zeitfenster waren Sie in Tübingen?
Ich bin kurz nach meiner Geburt nach Tübingen gekommen. 1967 hab ich mein Abi gemacht. Dann war ich ein Jahr in den USA, dann wieder zwei Jahre in Tübingen, wo ich auch Theater gespielt habe. Dann habe ich ein Jahr in Paris studiert. In Berlin war ich ab dem Wintersemester 1971/72.
"Man kann in der melancholischen Musik Trost finden - weil man sich in seinen Emotionen verstanden fühlt"
Katharina Wackernagel
„Laufen“
Juliane Hansen (Anna Schudt) beginnt ein Jahr nach dem Suizid ihres Lebensgefährten Johann König (Maximillian Brückner) mit dem Laufen. Japsend, sich und die Welt verfluchend, erläuft sie sich ein neues Leben. Unter der Regie von Rainer Kaufmann entsteht in Hamburg und Umgebung für das ZDF das Drama „Laufen“ nach dem gleichnamigen Roman von Isabel Bogdan und dem Drehbuch von Silke Zertz. Julianes Erinnerungen an Johann tauchen beim Laufen ungefragt auf – die romantisch-verspielten Momente mit ihm, aber auch die Wut, die sie immer wieder packt, weil er sie im Stich gelassen hat. Tief sitzt der Vorwurf seiner Eltern (Gaby Dohm und Michael Abendroth), dass sie doch hätte merken müssen wie schlecht es ihm gegangen sei. Es braucht ihre gute Freundin Rike Brandt (Katharina Wackernagel), um sie zumindest für kurze Momente auf andere Gedanken zu bringen, sie zu trösten, ihr die Meinung zu sagen oder sie auch eben mal aus ihrer Regenjacke zu befreien, deren Reißverschluss sich verklemmt hat. Schritt für Schritt weitet sich Julianes Tunnelblick am Ende ihres langen Laufs.
Im Gespräch mit Katharina Wackernagel
Marion Graeber im März 2023
Hallo liebe Frau Wackernagel, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich sehr.
Ich danke Ihnen.
Der Fernsehfilm der Woche „Laufen“ wird am Montag, 24. April um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Wann wurde gedreht und wo?
Wir haben im September und Oktober 2021 in Hamburg gedreht. Der Film lief bereits auf dem Filmfest in München. Dort hab ich die Premiere gesehen.
Der Film beinhaltet vielen Themen. Im Fokus steht die Trauerarbeit. Da heißt es „Die Trauer erfasst das ganze System eines Menschen“. Sie spielen die Freundin der Trauernden Juliane (Anna Schudt) – wie wichtig, denken Sie, ist es wirklich gute Freundschaften zu haben?
In unserer Geschichte wird der selbstgewählte Tod eines Mannes erzählt. Julianes Mann Johann. Für Juliane ist der Verlust ein großer Schlag und die Trauerarbeit ist schwer. Ich denke schon, dass meine Figur (Julianes Freundin Rike) eine Art Anker in diesen zwei ersten Jahren der Trauer ist. Ich glaube, dass diese bedingungslose Akzeptanz der Freundin sehr wichtig ist. Rike hält schlechte Launen aus, Wutanfälle und manchmal auch Julianes selbst bemitleidenden Momente. Es gehört zu einer Freundin, all das zu ertragen. Rike ist zwei Jahre lang rund um die Uhr für Juliane da. Und ich muss sagen, das ist schön an der Figur. Nur einmal, am Ende dieser zwei Jahre, platzt ihr der Kragen. Es ist der Moment in dem sie erkennt, dass sich Juliane hinter ihrer Trauer versteckt obwohl sie sie schon überwunden hat. Denn, sie ist viel stärker als sie zugeben mag. Es liegt jetzt an ihr, es anzupacken und weiterzugehen. Das finde ich auch einen ganz wichtigen Moment im Film.
"Ich bin für jede Art von Musik offen. Sie muss nur für mich gut klingen"
Patrick Kalupa
Im Gespräch mit Patrick Kalupa
Marion Graeber im März 2023
„Dr. Nice – Hand aufs Herz“
ZDF, Sonntag, 16. April 23, 20.15 Uhr
„Alte Wunden“ ZDF, 23. April 23, 20.15 Uhr
Hallo Herr Kalupa. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Ich freue mich auch.
Sind Sie in Berlin?
Ja, ich bin zu Hause in Berlin.
Vor Corona gab es noch die Pressetage, heute begegnen wir uns am Telefon….
Das stimmt. Aber ich habe auch vor der Pandemie hier und da Telefoninterviews gegeben. Klar, Live-Interviews sind schöner. Ich würde jetzt gerne mit Ihnen bei
Kaffee und Kuchen sitzen. (Lacht.)
Das hätte mich auch gefreut.
"Ich bin immer viel unterwegs. Das ist Teil meiner Persönlichkeit"
Jochen Horst
ZDF Herzkino "Hanna und die Sache mit dem guten Leben" Sonntag, 26. März 23, 20.15 Uhr
Die Journalistin und Podcasterin Hanna (Sina Tkotsch) trennt sich von ihrem Freund, weil er sich Kinder wünscht und dies mit ihr offenbar nicht möglich ist. Da trifft sie auf den Restaurator (Maximilian Klas). Er renoviert die Orgel in der Kirche, in der ihr Vater Carl (Holger Daemgen) Pfarrer ist. Doch Bille (Dana Golombek von Senden), Hannas Mutter, will eine Annäherung zwischen den beidden verhindern. Sie hat dafür ganz eigene Gründe, die keiner vermutet hätte. Lasse (Jochen Horst), der Zeitungsverleger und Chef von Hanna, versucht derweil erfolglos, eine Annäherung zwischen Mikaels Tochter Luna und seinem Hund Robin zu verhindern. Denn der alleinstehende Herr mag Kinder nicht sonderlich. ......
Interview mit Jo Horst
Marion Graeber Ende des Jahres 2022
Hallo, ich freue mich, dass wir heute nach sechs Jahren wieder aufeinander treffen. Damals in Köln, es war der 11. November, haben wir uns drei Stunden in einem Café unterhalten. Ich denke gerne daran zurück.
Ich erinnere mich. Das ist doch schön.Lächelt.
Wie geht es Ihnen?
Danke, es geht gut.
Ich erinnere mich, dass Sie vor der Pandemie viel in Hamburg, Berlin und auch Köln waren. Damals hatten Sie ja ein Engagement in Köln, wohnten in der Stadt …. Hat die Pandemie etwas verändert?
Nein, eigentlich nicht. Ich bin immer viel unterwegs. Das ist auch Teil meiner Persönlichkeit. Ich bin sehr gerne unterwegs und sehr gerne mit meiner Familie zusammen – das ist gut miteinander vereinbar. Man kann beides haben: diese gewisse Freiheit und die Verbundenheit.
In Spanien war der Lockdown auch hart. Waren zu dieser Zeit die Schauspielprojekte etwas weniger?
Die Engagements sind mal mehr und mal weniger. Das wechselt sich ab und ist in unserem Beruf einfach so. Es gibt Phasen mit vielen unterschiedlichen Projekten und Phasen die ruhiger sind. Wie gesagt, das ist Teil des Berufs. Man definiert sich als Schauspieler ja mehr durch die Zeit in der man nicht arbeitet.
"Ich bin musikalisch sehr breit aufgestellt. Ich setze Musik nach Stimmung ein"
Götz Otto
Im Gespräch mit Götz Otto
Marion Graeber im November 22
Bezaubernde „Märchenperlen“: An Heiligabend, 24. Dezember 22, 16.30 Uhr, zeigt das ZDF den Spielfilm „Das Märchen vom Frosch und der goldenen Kugel“ von Regisseur Ngo The Chau, eine freie Adaption des bekannten Märchens der Brüder Grimm.
Hallo Herr Otto, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich.
Sehr gerne. Schön, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich auch.
Wo erreiche ich Sie in diesem Moment?
Ich bin zu Hause in der Nähe des Starnberger Sees.
Für das Märchen „Das Märchen vom Frosch und der goldenen Kugel“ waren Sie in Prag und Umgebung. Stimmt das?
Das ist richtig.
Sie waren schon drei Mal auf der Burg, welche auch für „Das Märchen vom Frosch und der goldenen Kugel“ als Kulisse gedient hat - wie fühlt es sich an, mehrfach auf dieser Burg gespielt zu haben? Sie waren, laut meiner Recherche, drei Mal der König?
Ich war drei Mal König. Sehr gut recherchiert. Ich bin beeindruckt. Lächelt. Ja, das ist tatsächlich schon sehr eigenartig wenn man als Schauspieler auf eine Burg kommt und schon öfter dort gearbeitet hat. Es fühlt sich so an, als ob einem die Burg gehöre. Lacht. Und das ist total gemein, weil sie gehört mir natürlich nicht. Lacht. Aber, ehrlich gesagt ist das auch ganz o.k. denn die Burg ist sehr kalt. Ich bevorzuge doch den Blick aus meinem Fenster zuhause.
'Wenn es einen Tanz gibt, den ich gerne können würde, dann wäre das auf alle Fälle der Tango Argentino'
Dominic Boeer
Donnerstag, 27. Oktober 2022, 18:00 Uhr ZDFmediathek, ab Donnerstag, 20. Oktober 2022, ab 10 Uhr
Nur das flimmernde Blaulicht der Streifenwagen beleuchtet die stockfinstere Stuttgarter Straße, nachdem Edgar Malak, Mitarbeiter eines Pfandhauses, überfahren und tot aufgefunden wird. Fehlende Bremsspuren sprechen für eine vorsätzliche Tat. Die Besitzerin des Pfandhauses, Selina Mai, ist bestürzt. Zusammen mit der Kollegin Bella Bauer waren sie und das Opfer wie eine Familie. Zumal sich Edgar Malak liebevoll um Selinas Tochter gekümmert hat.
Der biologische Vater, Marc Stromberg, zeigt dahingegen wenig Interesse an seinem Kind, sondern mehr daran, seiner Exfrau Selina das Leben schwer zu machen. Hat er etwas mit dem Mord zu tun? Es gibt jedenfalls Hinweise darauf, dass er sich in der Mordnacht im Pfandhaus aufgehalten hat - entgegen der Aussage von Selina Mai. Was gibt ihr Anlass, zu lügen? Und auch Thorsten Eckert, ein unangenehmer Kunde aus dem Pfandhaus, gerät ins Visier der Ermittlungen. „Ich mach dich fertig, du Schwein!“ – soll der in der letzten Auseinandersetzung zu Edgar Malak gesagt haben. Die Kommissare finden zudem heraus, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Einbrüchen im Pfandhaus kam. Stehen diese im Zusammenhang mit dem Mordfall? Die Ermittlungen erweisen sich als verzwickt und zudem hängt Kollege Jo Stoll mit einer Motorradpanne in Spanien fest. So organisiert Kriminaldirektor Kaiser kurzerhand eine Urlaubsvertretung aus dem hohen Norden: Kriminaloberkommissar Lars Pöhlmann aus Wismar.
Im Gespräch mit Dominic Boeer
29. August 2022 Marion Graeber
Hallo lieber Herr Boeer. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich sehr. Wie geht es Ihnen und wo sind Sie gerade?
Ich bin gerade in meinem Wismarer Hotelzimmer. Es ist herrlich. Ich schaue über den Marktplatz, rede mit Ihnen und mach es mir gemütlich.
Sie drehen gerade für die Soko Wismar?
Ja, wir drehen fast zehn Monate im Jahr für die Soko Wismar. Einen großen Teil davon drehen wir in Berlin, einen weiteren Teil vor Ort in Wismar. Heute habe ich drehfrei.
Sie sind Ende Oktober in der Soko Stuttgart zu sehen. Ihr erstes Mal in Stuttgart?
Ich spielte tatsächlich schon vor vielen Jahren mal den Bösewicht bei der Soko Stuttgart und hab mich sehr darauf gefreut wieder kommen zu dürfen. Diesmal in einer ganz anderen Funktion.
Wie hat sich diese Möglichkeit ergeben?
Ich hatte gerade bei der Soko Wismar meine drehfreie Zeit. Eigentlich sollte ich auf das Traumschiff. Durch einige Coronafälle stand allerdings der Dreh und dann wurde es für mich zu eng um noch teilzunehmen. Da rief mich das ZDF für die Soko Stuttgart an. Ich sollte als Lars Pöhlmann von der Soko Wismar in Stuttgart einspringen. Für mich war sofort klar – das mach ich. Da musste ich das Drehbuch für meine Zusage gar nicht lesen. Lacht. Ich hab mich wahnsinnig gefreut.
Wie gut kennen Sie die Soko Stuttgart Crew?
Mit Karl Kranzkowski bin ich seit vielen Jahren befreundet. Auch Astrid M. Fünderich kenne ich. Im Gegensatz zu Benjamin Strecker. Also, ich dachte mir, da hab ich echt Lust drauf und ich freute mich wirklich sehr, alle zu sehen.
"Meine Frau tanzt wahnsinnig gerne. Wir tanzen so gerne langsamen Walzer zusammen. Ein unglaublich schöner Tanz"
Walter Sittler
Der pensionierte Kommissar Robert Anders (Walter Sittler) ist aus Gotland in seine alte Heimat zurückgekehrt und gerät in den Fokus von Mordermittlungen.
Montag, 3. Oktober 22, 20.15 Uhr ZDF
Im Gespräch mit Walter Sittler im Juli 22
Marion Graeber
Hallo Herr Sittler, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich sehr. Sind Sie gerade in Stuttgart?
Tag, Frau Graeber. Ja, ich bin zuhause in Stuttgart. Jetzt beginnt sozusagen die Sommerfrische. Noch eine Vorstellung und dann geht es im September weiter.
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Stuttgart ist doch eine gute Stadt und auch dem Bodensee nahe. „Der Kommissar und der See" wird am Bodensee gedreht.
Ja, Stuttgart ist im Prinzip eine gute Stadt. Es gibt auch Schwierigkeiten, wie in jeder anderen Stadt auch. Man kann hier aber gut leben. Die Lokale sind gut, das Essen ist gut und die Menschen sind freundlich. Ich bin ja schon lange in Stuttgart und kenne mich einigermaßen mit den Schwaben aus. Lächelt. Und es stimmt, man ist von Stuttgart aus schnell in der Natur und auch relativ schnell am Bodensee. Uns geht es gut hier. Keine Frage.
Ich habe gelesen, dass neben Lindau auch in Hamburg gedreht wurde. Stimmt das?
Genau, das stimmt. Das Polizeikommissariat beispielsweise: Das Gebäude steht zwar in Lindau, die Szenen innen werden aber in Hamburg gedreht. Man geht also quasi in Lindau in das Haus hinein und kommt dann innen in Hamburg an. Lacht. Das funktioniert und das ist auch in Ordnung.
Ein tolles Haus, dieses Familienhaus am Bodensee.
Das ist ursprünglich von einem Zeppelin-Ingenieur als Sommerhaus im Jahre 1911 gebaut worden. Ein schönes Haus mit einem schönen Seegrundstück und einem Bootshaus. Es ist auch heute noch ein Sommerhaus. Ob das aber noch der Ursprungsfamilie gehört, das weiß ich nicht.
'Ich mag tanzbare Musik. Alles was mich berührt und mich erreicht liebe ich an der Musik. Das kann auch Klassik sein'
Tom Radisch
„Malibu - Camping für Anfänger“
Sonntag, 18. September, 20.15 Uhr Folge 1 ZDF Herzkino
Im Gespräch mit Tom Radisch
Marion Graeber
Hallo Herr Radisch, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich. Ich höre Vögel zwitschern. Sind Sie unterwegs?
Es sind ja gerade Schulferien und wir sind ein bisschen auf dem Land. Wir haben ja sehr warm derzeit. Das ist schon fast wie auf Kreta. Lächelt.
In nicht all zu ferner Zukunft sollen wir Mailänder Temperaturen in Deutschland haben, heißt es...
Das wird sicher kommen. Viele versuchen den Klimawandel noch zu relativieren. Doch, wenn man sich an die Kindheit in den 1980er und 1990er Jahren zurückerinnert – da gab es in den Monaten April und Mai auch noch verregnete Wochen.
Oder weiße Weihnachten im Dezember …
Selbst vor gut zehn Jahren gab es in Berlin noch Schnee und Eis. Da hat sich massiv geändert. Da hat sich was verändert. Da passiert schon was.
Sie sind demnächst im Herzkino „Malibu – Camping für Anfänger“ zu sehen. Der Campingplatz ist am Plöner See?
Am Plöner See waren wir nur ein paar Tage. Aber das spielt da. Für den Dreh waren wir an einem See nahe Hamburg, wo wir auch gedreht haben.
Wann wurde gedreht?
Dieses Jahr von April bis Juni. Es war noch gar nicht so richtig sommerlich. Im Gegenteil, manchmal war es so kalt, dass wir in Szenen beim Sprechen den Atem vor lauter Kälte gesehen haben.
"Musik spielt bei uns eine große Rolle"
Brigitte Zeh
„Lehrer kann jeder!“
Komödie ZDF, Donnerstag, 8. September 22, 20.15 Uhr
ZDFmediathek, ab Donnerstag, 1. September 22, 10 Uhr
Wenn das Leben dir Zitronen gibt – wage den Quereinstieg: Nachdem Mathematiker Richard (Christoph Maria Herbst) sowohl seine Frau Anke (Brigitte Zeh) als auch den Job verliert, kommt ihm die geniale Idee, als Lehrer an der Schule seiner Frau anzuheuern. Doch Anke ist alles andere als begeistert über den neuen „Kollegen“, der Schulalltag gleicht eher einer Höhle voller Löwen und im Lehrerkollegium heißt Sportlehrer Christoph Geiger (Kai Lentrodt) den Neuankömmling zunächst herzlich willkommen, doch irgendetwas ist merkwürdig an ihm.
Im Gespräch mit Brigitte Zeh
Marion Graeber
03. August 22
Hallo liebe Frau Zeh, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich sehr.
Ich freue mich auch, liebe Grüße ins Ländle. Ich bin gerade in Schweden aber immer voller Sehnsucht.
Sie sind in Schweden?
Ja, ich sitze hier gerade in Schweden im tiefsten Wald, was ich als großes Glück empfinde.
Sie sind im September mit „Lehrer kann jeder!“ im ZDF zu sehen. Ich habe gelesen, der Dreh fand während des Schulbetriebes statt. Wie war das und wo wurde gedreht?
Wir haben an einer Berliner Schule während des Schulbetriebes gedreht. Heißt, wir mussten immer mit dem Klingelzeichen die Dreharbeiten unterbrechen, denn kurz darauf haben sich alle Klassenzimmertüren geöffnet und es war ein Riesenlärm. Während den Szenen ist es ja immer still, sonst hat man alle Geräusche mit auf dem Ton. Das ganze Team sowie das gesamte Ensemble ist immer zusammengezuckt, wenn es klingelte. Es hat uns einfach an unsere Zeit in der Schule erinnert und wir waren so dankbar, dass wir heute unseren Beruf ausüben dürfen und nicht mehr als Schüler in der Schule sitzen müssen. Lacht.
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Schulzeit?
Meine Erinnerungen reichen von ganz toll bis ganz schrecklich. Da war alles dabei.
Waren Sie in Stuttgart auf der Schule?
Ich war in Esslingen auf zwei Gymnasien.
Was denken Sie, was zeichnet einen guten Lehrer aus?
Zuallererst ist das jemand, der hoffentlich Kinder mag. Der neugierig ist. Der neben seiner Fachkompetenz auch eine Freude daran hat, Wissen und Lebensfreude zu teilen.
"Ich tanze megamäßig gerne"
Friedrich Mücke
„Liberame – nach dem Sturm“ ist eine Serie, die auf ungeahnte und fatale Weise die aktuelle Situation von Geflüchteten, deren Traumata und Zukunftsängste spiegelt und erlebbar macht, indem sie Herz und Verstand gleichermaßen erreicht. Jeder einzelnen Figur kann man folgen und ihr Handeln nachvollziehen, auch wenn es schlimme Folgen haben könnte. „Liberame“ heißt die Segeljacht, mit der fünf Freunde aus Hamburg bester Laune ihren Urlaub antreten und im Mittelmeer in See stechen. Alles ist perfekt: das Wetter, der Wind, die Stimmung. Bis die Freunde plötzlich auf ein havariertes Boot mit verzweifelten Geflüchteten treffen und vor eine schwere Entscheidung gestellt werden: Helfen wir und riskieren, juristisch belangt zu werden? Oder helfen wir nicht und werden uns moralisch-ethisch dafür ein Leben lang verantworten müssen? Denn noch heute ist man zwar verpflichtet, auf hoher See Hilfe zu leisten, indem man zum Beispiel die Küstenwache ruft, darf Geflüchtete in Europa aber nicht an Land bringen. Für die Segler in der Serie kommt es anders als gedacht, und der Name der Segeljacht erfährt eine ungeahnte Bedeutung: „LIBERAME“ heißt „Erlöse mich“.
Skipper Jan (Friedrich Mücke) stellt sich eine entscheidende Frage: „Ich dachte, wir sind alles gute Menschen!“. Gutes wollen, heißt eben nicht immer, Gutes bewirken. Diese komplexe Thematik hat der Regisseur Adolfo J. Kolmerer mit dem Kameramann Christian Huck in Kinoqualität inszeniert und allen Darstellerinnen und Darstellern genügend Raum gegeben, das Handeln ihrer Charaktere zu verstehen
und nicht zu verurteilen. Das gesamte Ensemble beeindruckt durch spielerische Kraft, Authentizität und großes persönliches Engagement. „Liberame“ ist nicht nur Ausdruck und Symbol einer schicksalhaften Begegnung von Menschen auf dem Mittelmeer, sondern umreißt auch den Kern der Serie – denn genau danach sehnen sich alle Figuren: nach Befreiung. Nach Erlösung von Schuld, Zweifeln und Trauer.
„Liberame – nach dem Sturm“, Sechsteilige Drama-Serie
Im Gespräch mit Friedrich Mücke
Marion Graeber, Freitag, 1. Juli 22
„Liberame – nach dem Sturm“ feiert mit zwei Folgen Filmpremiere auf dem Filmfest München. Sie sind demnach in München?
Sie erreichen mich in München. Das ist korrekt.
Wie fühlt es sich nach all den Corona-Beschränkungen an, wieder auf Premieren, Filmfesten, Veranstaltungen und Festivals zu sein?
Die Freude ist groß, dass alles wieder möglich ist, aber man merkt, es hat Auswirkungen. Wir sind weiterhin traumatisiert. Solange die Krankenhäuser nicht voll sind, ok, aber es ist halt die Frage, ob wir jetzt nicht alle dazu beitragen, dass es wieder schlimmer wird. Das weiß halt gerade auch keiner zu beantworten. Es ist ja tatsächlich so, dass die Ansteckungen wieder dramatisch zunehmen. Das ist sehr auffällig. Klar, die Branche feiert und die Leute gehen aus. Das ist super und fühlt sich auch toll an. Ich hab allerdings heute Morgen entschieden, dass ich während der Premiere meine Maske tragen werde. Nur zu den Fototerminen werde ich sie absetzen. Die Einschläge, sprich die Infektionen, sind einfach zu nah und ich stecke im Dreh. Deswegen fühlt es sich schon wieder ein bisschen wie ausgebremst an.
Eine gute Entscheidung. Maske tragen hilft. Wie Sie sagen, das Leben hat wieder Fahrt aufgenommen. Auch wird wieder mehr gereist. „Liberame“ wurde 2021 in Hamburg und auf Malta gedreht. Wie hat es Ihnen auf Malta gefallen und wie war die Stimmung am Set?
Ich war noch nie auf Malta. Aber Malta war eine Entdeckung – in aller Widersprüchlichkeit. Da gibt es diese hässlichen Betonbauten, die man da hin gezimmert hat. Man versucht die Gegend für die Jugend attraktiv zu halten. Auf eine ganz furchtbare Art. Das ist Disco-Tourismus. Oder andersherum gesagt, Tourismus-Discos werden aus dem Boden gestampft. Daneben hat es aber unfassbar schönes Wasser, tolle Strände. Eine Urlaubsinsel. Klar, man musste dafür fliegen. Das ist mittlerweile auch so ein Problem. Aber, anders geht es nicht. Ich war begeistert, ob der Nähe. Kurz vor Afrika, da merkst du die Hitze. Die Sprache und das Essen – Fusionen, die Spaß machen. Die Sprache – eine absolute Faszination für mich. Ich bin gleich am ersten Tag im Taxi gesessen und hab den Taxifahrer gefragt, was das denn für eine irre Sprache ist. Dieser Mix aus arabisch, englisch, französisch, italienisch … Und dann haben wir Musik aus Malta gehört. Ich bin total begeistert. Und die Stimmung am Set? Die war dementsprechend fantastisch. Das deutsche und das maltesische Team – einfach perfekt.
"Von Klassik über Elektro bis hin zum Jazz - mein Musikgeschmack ist stimmungsabhängig"
Antoine Monot Jr.
Inhalt Staffel 8 Folge 1
Eine Paketbombe explodiert und reißt Susanne Hartung (Viola Pobitschka) in den Tod. Ihr Bruder Max (Leon Ullrich) soll sie wegen eines Erbstreites, bei dem er leer ausging, getötet haben. Benni Hornberg (Antoine Monot Jr.) übernimmt das Mandat.
Bennis Privatdetektiv Leo Oswald (Wanja Mues) versucht im Restaurant Frankfurter Häusje mehr über den ehemaligen Wirt Peter Stollner (Michael Benthin) herauszufinden. Er kannte Susanne gut. Sie gab ihm in der Trauer um seine Tochter, die kürzlich bei einem Unfall ums Leben kam, Halt.
Leo und Benni finden heraus, dass auch Caroline Hartung (Lisa-Marie Janke) durchaus ein Mordmotiv hat: Das Opfer hatte zuvor die selbstkreierte Limonade "Babbelnade" des Ehepaares Hartung aus dem Sortiment des Getränkehandels Ehrental genommen – mit weitreichenden finanziellen Folgen für Caroline und Max! Inhaber des Getränkehandels ist Fred Ehrental (Tom Keune), der Lebensgefährte von Susanne. Auch seine Ex-Freundin Tessa Grunert (Dela Dabulamanzi) scheint nicht ganz über die Trennung von Fred hinweggekommen zu sein. Hat sie Susanne aus Eifersucht getötet?
Im Gespräch mit Antoine Monot Jr.
Marion Graeber im Mai 2022
Vielen Dank, lieber Herr Monot, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Sehr gerne. Ich freue mich auf unser Gespräch.
Ich bin Ihr erstes Gespräch heute…
Ja, das ist völlig richtig.
Dann gehen wir das ganz entspannt an...
Das ist super. Das machen wir.
Sind Sie gerade in München?
Ja, ich bin zuhause in München.
„Ein Fall für zwei“ spielt in Frankfurt/Main und Umgebung. Ich habe gelesen, dass Sie in der Walddorfschule in Frankfurt waren. Dann haben Sie einen Bezug zur Stadt?
Ich bin ja grundsätzlich ein Hesse. Habe viele Jahre meines Lebens in Hessen gelebt. Unter anderem, beispielsweise sieben Jahre in der Nähe von Fulda und eben auch in Frankfurt. Insofern ist mir die Stadt sehr vertraut. Ich war damals um die 15 Jahre alt. Ein Alter also, in dem man eine Stadt auch schon sehr bewusst wahrnimmt. Sie kam mir damals immer so groß vor und heute ist sie ganz klein (lacht).
'Ich liebe argentinische Tangomusik'
Simon Licht
Inga Lindström: Geliebter Feind - Herzkino
Sonntag, 27. März 2022, 20:15 Uhr
ZDFmediathek, ab Samstag, 19. März 2022, 10.00 Uhr
Um herauszufinden, warum der Traditionsgasthof ihrer Familie bedroht wird, nimmt Elli (Pia Amofa-Antwi) verdeckt einen Job als Chauffeurin an. Steckt ihr neuer Chef Lucas Hansen (Gerrit Klein) hinter der Sabotage? Lucas ist rechte Hand des Unternehmers Viggo Berg (Simon Licht). Je tiefer Elli in Lucas' Welt eintaucht, desto näher kommen sich die beiden. Auch Lucas kleine Tochter Ronja (Ida Wieland) wächst Elli ans Herz. Doch irgendwas verschweigen Ellis Vater Karl (Joachim Raaf) und dessen Mutter Hilda (Carla Becker), Ellis Oma.
Im Gespräch mit Simon Licht
Marion Graeber - März 22
Hallo Herr Licht, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich sehr.
Ich grüße Sie. Sehr gerne.
Sind Sie in Berlin?
Ja, ich bin in Berlin.
Für „Geliebter Feind“ waren Sie in Schweden unterwegs. Genauer gesagt in Stockholm und Umgebung. Wie war das?
Wir haben außerhalb von Stockholm gedreht. Es war spannend in einem Land zu drehen, welches nicht nur wunderschön ist, sondern auch so einen ganz anderen Weg in der Pandemie geht. Einen anderen Zugang zu Restriktionen hat und eben anders mit dem Thema umgeht. Da wir als deutsche Produktion dort waren, war am Set für uns aber alles wie gewohnt und wir haben uns an alle Vorgaben gehalten.
Der Dreh an sich war also vergleichbar …
Genau. Der Dreh war nicht ganz anders als in Deutschland. Wie gesagt, es war eine deutsche Produktion und wir haben die Vorsorge und die Vorgaben in dieser Zeit der Pandemie eingehalten. Aber klar, wir sind schon auch mal nach Stockholm gefahren und hatten ein wenig Kontakt zur Außenwelt. Das war dann so ein bisschen der private Eindruck, den man gerade im Umgang mit der Pandemie in Schweden, gewinnen konnte. Vieles war einfach dann auch ungewohnt. Wir waren ja immer mit Maske unterwegs. Skurril wurde es für uns beispielsweise in einem Fahrstuhl, wenn eben Menschen ohne Maske eingestiegen sind. Da denkt man dann „was ist denn hier verkehrt“. Man hat die Leute dann entweder angesprochen oder ist halt ausgestiegen, wenn es einem zu viel wurde. Es ist einfach seltsam. Gerade auch im öffentlichen Bereich oder in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Zwei Jahre Pandemie – das verändert einen auch persönlich….
Ja, das stimmt. Das kann man wirklich so sagen.
Das wird spannend, wie das Leben ohne Maske dann wohl wieder sein wird…
Glücklicherweise gehen doch viele Menschen weitestgehend verantwortungsbewusst mit dem Thema um. Maske tragen und Abstand halten.
'Für mich muss Musik in den Moment passen'
Milan Peschel
Doppelhaushälfte - Achtteilige Comedyserie/neoriginal ZDFneo: 15. März 2022 ab 21.45 Uhr
ZDF Mediathek ab Dienstag, 8. März 22, 10 Uhr
Alle Folgen zum Binge-Watching
Ein Doppelhaus im Grünen, gleich hinter Berlin – zwei Welten unter einem Dach. Mari (Maryam Zaree), Theo (Benito Bause) und Maris Tochter Zoe (Helena Yousefi) sind aus er Mitte Berlins ins Umland gezogen um die ländliche Idylle zu genießen. Vom Dach der rechten Doppelhaushälfte, bei Andi (Milan Peschel), Tracy (Minh-Khai Phan-Thi) und ihrem Sohn Rocco (Minh Hoang Ha), weht die Deutschlandflagge. Ex-Polizist Andi sieht es als seine Pflicht an, dafür zu sorgen, dass sich die Neuen an die hiesigen Gepflogenheiten halten und ordentlich in die Nachbarschaft integrieren.
Im Gespräch mit Milan Peschel - Anfang Februar 22
Marion Graeber
Hallo Herr Peschel, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Sehr gerne.
Sie hatten Geburtstag…
Ja, im Januar.
Da möchte ich Ihnen nachträglich gerne gratulieren. Alles Gute.
Das ist aber sehr nett von Ihnen. Vielen Dank.
Sind Sie in Berlin?
Nein, ich bin in Dortmund.
Beruflich?
Ja, ich bin hier gerade am Theater.
Aber Sie wohnen eigentlich in Berlin?
Ja, das stimmt.
Die Comedyreihe „Doppelhaushälfte“ spielt in Berlin, bzw. im Umland. Wo genau wurde gedreht und wann?
Wir haben im Sommer 2021 im Süden von Berlin gedreht. In Kleinmachnow.
'Ich verstehe die Faszination für den Tango'
Tim Bergmann
„Muttertag – Ein Taunuskrimi“
Die beiden Taunus-Ermittler Graf Oliver von Bodenstein und Pia Sander werden in ihrem neuen Fall mit einem Serienmörder konfrontiert, der seine Opfer immer an Muttertag tötet.
ZDF Zweiteiler - Montag, 14. Februar und Mittwoch, 16. Februar, jeweils 20.15 Uhr - ab Montag, 7. Februar 2022 in der ZDFMediathek
Im Gespräch mit Tim Bergmann
Marion Graeber im Januar 2022
Hallo Herr Bergmann, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich.
Sehr gerne.
Sind Sie derzeit in München?
Ich bin in München, ja, noch. Nächste Woche breche ich zu Dreharbeiten nach Thailand auf.
Ich habe gelesen, dass die Dreharbeiten für den Taunuskrimi „Muttertag“ im Taunus aber auch in
München und Umgebung stattgefunden haben. Stimmt das?
Das ist richtig. Die eigentliche Geschichte des Buchs spielt zum großen Teil im Taunus, genau wie bei den vorigen Fällen. Dass auch in München gedreht wurde, war in der Tat vor allem Corona geschuldet. Es wurde aber natürlich auch im Taunus sehr viel gedreht, sodass der Zuschauer keinen Unterschied zwischen den Drehorten und Motiven bemerken wird.
Wann waren die Dreharbeiten?
Wir haben im April 2021 angefangen. Im Juli waren wir fertig.
Dreht man einen Zweiteiler am Stück?
Ja, der Aufwand ist im Prinzip das Doppelte eines normalen Fernsehfilms. Er ist ja auch am Ende doppelt so lang.
Zirka 45 Tage? Ist vielleicht der Vorteil, dass man gut im Thema bleibt?
Es ist eigentlich nicht so ausschlaggebend, ob es 25, 30 oder über 40 Drehtage sind. Viel wichtiger ist, dass wir mit den 180 Minuten, die Möglichkeit für einen größeren Raum haben, um dem Werk von Nele Neuhaus gerecht zu werden. Hinzu kommt, dass sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer:innen unter anderem durch die Streaming-Dienste verändert haben. Krimis werden mittlerweile gerne als Miniserie, oder auch als Serie über mehrere Staffeln, produziert und konsumiert. Insofern bin ich froh, dass wir uns nicht in dem knappen Zeitrahmen von 90 Minuten bewegen müssen.
'Mich reizt die Zerrissenheit meiner Figur Karl, wie er sich arrangiert und in kleinen Schritten
für das Gute im Schlechten kämpft'
Matthias Lier
Die "Endjährigkeit" wird eingeführt – die Zwangssterbehilfe ab 80 –, gerade als der hochbetagte Milo bei seinem Sohn Karl einzieht. Bald wird auch Milo 80. Eine scheinbar aussichtslose Situation, die das zerrüttete Verhältnis der beiden auf eine letzte Probe stellt.
Karl arbeitet in einer Kreisleitstelle des BJD, "Bündnis Jungbrunnen Deutschland", das die Macht im Staat übernommen hat. Es hat sich der radikalen Verjüngung des überalterten Landes verschrieben. Karl berät junge Paare bei der massiv geförderten Familienplanung. Das ist die scheinbar schöne Seite der neuen Politik.
Die Kehrseite sind immer drastischere Kürzungen von Renten und Sozialleistungen für alte Menschen. Kosten für Medikamente oder Operationen werden kaum noch übernommen, Sterbehilfe funktioniert beinahe auf Zuruf. Je älter ein Mensch wird, desto weniger ist er wert für das verarmte und desolate Land.
Als Milo nicht mehr weiß, wie er bei gekürzter Rente und gekündigter Wohnung überleben soll, taucht er bei Karl auf. Er ist durch seine Arthritis pflegebedürftig, seine Gelenke müssen regelmäßig gespritzt werden. Bald appelliert er an seinen Sohn, mit ihm vor dem Irrsinn des BJD-Systems zu fliehen. Karl willigt schließlich ein, und zusammen bereiten sie die Flucht vor: nach Schweden – von der Küste über das Meer.
Bei der Arbeit in der Behörde versucht Karl, an nützliche Informationen für das riskante Vorhaben zu kommen. Dabei wird seine Chefin Lena, die fest hinter dem BJD steht, auf Karl aufmerksam. Lena ist schon Mitte 30 und müsste laut der herrschenden Doktrin längst Kinder haben. Immer mehr scheint sie Karl als möglichen Partner und Kindsvater zu sehen, scheint sich sogar in ihn zu verlieben. Da Karl hofft, Lenas Einfluss und Kontakte nutzen zu können, um die Flucht möglich zu machen, lässt er sich auf ein gefährliches Spiel ein.
Was sagst du zum Drehbuch, zur Geschichte?
Als ich das Drehbuch das erste Mal in der Hand hatte dachte ich: Wow. Der Film spielt im Deutschland 2050, in dem aufgrund einiger globalen Katastrophen beginnend in den 2020er Jahren die soziale Ordnung zusammengebrochen ist. Das Bündnis Jungbrunnen hat die Macht übernommen und versucht die total überalterte Gesellschaft zu stabilisieren. Im Juli 2019, als ich das Buch zum ersten Mal in der Hand gehalten habe, war das für mich eine wunderbar fremde Welt in die ich eintauchen wollte. Eine richtige Geschichte mit Fantasie, obwohl mir von anfang an die Prisanz des Thema Jung gegen Alt bewusst war und ich mir als Künstler ohnehin regelmäßig Gedanken zu meiner Rente und dem Älterwerden mache. Ich musste erst Mal das Wort Triage nachschlagen. Kurz nach Drehschluss kam Corona, und die Filmwelt wurde auf absurde Weise real.
Was reizt dich an der Figur, welche du verkörperst?
Mich reizt die Zerrissenheit meiner Figur Karl, der sich als Mitarbeiter des Bündnis Jungbrunnen in seiner dystopischen Welt im Deutschland 2050 eingerichtet hat, sich arrangiert und in kleinen Schritten für das Gute im Schlechten kämpft - das erinnert mich ein bisschen an die DDR, in der ich groß geworden bin - bis sein abtrünniger Vater aus dem Nichts auftaucht, und ihn vor das Dilemma stellt, sich selbst und alles was ihn ausmachtaufzugeben, um ihn zu retten, den Vater der nie da war.
Wo und wann wurde der Film gedreht?
Wir haben Endjährig fast ausschließlich in der Stuttgarter Umgebung gedreht, in Fellbach, Esslingen, Nürtingen. Einen wichtigen Drehort kann ich nicht nennen, dann würde ich Spoilern. Der Dreh begann im September 2019 und endete im Februar 2020, ein Monat vorm realen Lockdown. Ich kannte die ganzen Gefühle da bereits schon aus dem Film, es war fast wie ein déjà vu für mich, aber es war gruselig zu begreifen, dass der Film plötzlich Realität wurde und keine letzte Klappe fallen wird.
Dank dir, Matthias
'Rockmusik mag ich sehr gerne'
Marcus Mittermeier
Im Gespräch mit Marcus Mittermeier
'Die Welt steht still'
ZDF Montag, 15. November 2021 20.15 Uhr
Das Drama von Regisseur Anno Saul erzählt den fiktiven Stoff der preisgekrönten Autorin Dorothee Schön über eine Ärztin in der Coronakrise: Als die Bilder aus Bergamo um die Welt gehen, steht das Leben der Konstanzer Intensivmedizinerin Dr. Caroline Mellau (Natalia Wörner) Kopf. Caroline wird Mitglied des Klinikkrisenstabs und ist rund um die Uhr im Einsatz. Gleichzeitig sitzt ihr Mann Stefan (Marcus Mittermeier) als Musiker von einem Tag auf den anderen ohne Einkommen zu Hause, die Kinder können nicht in die Schule gehen. Dorothee Schön hat für den Film intensiv bei Klinikpersonal recherchiert, ihre eigene Tochter ist Intensivmedizinerin.
Unser Gespräch haben wir Mitte Oktober am Telefon geführt
Marion Graeber
Hallo Herr Mittermeier, ich freue mich, dass Sie Zeit für mich haben. Vielen Dank.
Ich danke Ihnen.
Sind Sie gerade zuhause in Bayern?
Ja, ich bin zuhause und bereite mich gerade auf die neuen Folgen 'München Mord' vor, die seit Oktober wieder gedreht werden.
Für 'Die Welt steht still' führte Sie Ihr Weg nach Konstanz. Wann und wie lange haben die Dreharbeiten angedauert?
Wir haben den Film genau ein Jahr nach dem historischen Zeitpunkt gedreht - also, nachdem die pandemische Lage über Deutschland kam. Wir waren für die Dreharbeiten im März 2021 für zehn Tage in Konstanz.
Welche Erfahrungen haben Sie in dieser Phase der Pandemie in Verbindung mit den Dreharbeiten zum Film 'Die Welt steht still' gemacht?
Man muss sich das so vorstellen: Im März 2020 wurden alle Dreharbeiten in ganz Deutschland unterbrochen. Alles wurde stillgelegt. Die Produzenten, die Gewerkschaften etc setzten sich dann gemeinsam an einen Tisch und haben Hygiene-Konzepte erarbeitet. Diese Hygiene-Konzepte gelten bis zum heutigen Tag. Als die Dreharbeiten dann im Juni 2020 wieder aufgenommen wurden, wurde mit Testungen, Masken und Desinfektion am Set gearbeitet. Das ist bis heute so. Auch die kommenden Filme, die ich drehen werde, werden so stattfinden. Wir fühlen uns wahnsinnig sicher beim Dreh. Wir leben während der Dreharbeiten wie in einer 'Bubble'. Wir leben zusammen und haben im Prinzip kaum Kontakt zur Außenwelt. Man bewegt sich in dieser Zeit anders. Wir machen natürlich schon auch mal einen Spaziergang durch die Stadt aber man geht nicht in eine Kneipe oder in ein Restaurant. Abgesehen davon war das im März 2021 auch nicht möglich. Inhaltlich waren die Dreharbeiten sehr intensiv. Das Gefühl, das alles nochmal zu erleben, was wir im März 2020 erlebt haben, das war schon sehr beeindruckend. Diese Bilder aus Italien nochmal zu sehen: Ärzte, die keine ausreichenden Masken und Schutzkleidung haben – das hat schon sehr stark nachgewirkt.
Der Film hat mich komplett berührt. Inhaltlich und aufgrund der tollen schauspielerischen Leistung.
Vielen Dank.
'Ich bin sehr in der klassischen Musik verhaftet'
Devid Striesow
Im Gespräch mit Devid Striesow
Marion Graeber im August 2021
„Für immer Eltern“, Donnerstag, 2. September 2021, 20.15 Uhr, ZDF
Wenn das eigene Kind wieder zu Hause einzieht: Die neuen Pläne des Ehepaars Anja (Anja Schneider) und Michael Wagner (Devid Striesow) sind erstmal vom Tisch, als dessen erwachsener Sohn Niklas (Max Schimmelpfennig) plötzlich sein Kinderzimmer zurückfordert. Doch die neue, alte Konstellation hat auch Reizvolles. Die Familie rückt wieder zusammen.
Hallo Herr Striesow - vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich sehr.
Ich freue mich auch.
Sind Sie in Berlin?
Ja, ich lebe in Berlin.
Sie sind auf Rügen geboren. Sehen Sie sich als Stadt- oder Naturmenschen?
Ich muss sagen, dass ich eher Landmensch bin.
Ich frage das deshalb, weil Sie im Film „Für immer Eltern“ als Michael Wagner (Ihre Rolle) aus der ländlichen Region in die Stadt ziehen. Dort beginnt für Sie und Ihre Frau Anja (Anja Schneider) ein ganz neues Leben. Eines mit neuen Freiheiten aber auch mit Problemen und Herausforderungen. Denn, nicht nur der Wohnraum ist ein anderer, auch die Kinder sind alle aus dem Haus. Das Ehepaar fällt wieder auf die Ursprungssituation zurück – auf sich als Paar.
Ein Problem würde ich das nicht nennen. Aber, es kann schon sein, dass man als Eltern in ein Loch fallen kann, wenn die Kinder ausziehen um ihrer Wege zu gehen. Ich persönlich hätte jetzt keine Probleme damit, meine Zeit wieder frei zu gestalten. Das ist für mich unproblematisch.
Über die Familienzeit gehen oft eigene Hobbys verloren…
Ja, das sehe ich positiv. Man kann auch immer nochmal neu anfangen.
In „Für immer Eltern“ zieht Sohn Niklas wieder zu den Eltern. Anja und Michael verfallen in alte Muster…
Ich denke, als Eltern kümmert man sich ein Leben lang um die eigenen Kinder. Es muss ja nicht sein, dass sie wieder bei den Eltern einziehen. Aber ich finde und glaube schon, dass sich Eltern immer mit den Kindern verbunden fühlen. Und, in alte Muster zurückfallen kann man auch wenn man, beispielsweise auf „alte Freunde“ trifft. Ich glaube eher, dass die Problematik im Film daher rührt, dass der Wohnraum knapp ist. Es gibt zu wenig Wohnraum und viele Wohnungen sind einfach zu teuer. Das sieht man auch in der Szene, als Niklas mit seinem Vater zu einer Wohnungsbesichtigung geht. Niklas, der Sohn versucht was eigenes zu bekommen, doch es ist eigentlich fast unmöglich. Der Film spielt in München, aber ich kenne das auch aus Berlin. Entweder man bekommt keine Wohnung, weil kaum welche auf dem Markt sind. Oder die Wohnungen die auf dem Markt sind, kann man sich nicht leisten. Im Film ist der Sohn aus seinem WG Zimmer rausgeflogen. Auch wenn das so nicht passiert, sind ja oft selbst die WG Zimmer zu teuer.
'Der Autorin und Regisseurin Petra Lüschow ist ein super Buch gelungen mit absurden Situationen. Sie trifft genau meinen Humor und schafft Figuren, die der Knaller sind'
Helgi Schmid
"Wer zögert, ist tot" ARD Degeto und hr zeigen neuen Frankfurt-Tatort im Ersten - Sonntag, 29. August 2021
"Wer zögert, ist tot" lautet der Titel des mittlerweile 13. Tatorts um das Frankfurter Ermittlerteam Janneke und Brix.
Mitten am Tag wird auf einem Golfplatz nahe Frankfurt Frederick Seibold (Helgi Schmid) von vier mit Hundeköpfen Maskierten niedergesreckt. Als er in einem dunklen Kellerloch wieder zu sich kommt, sind die beiden Frankfurter Hauptkommissare Anna Janneke (Margarita Broich) und Paul Brix (Wolfram Koch) bereits mit seinem Fall betraut: Die Ex-Freundin Fredericks, Bille Kerbel (Britta Hammelstein) hatte einen abgeschnittenen Finger erhalten, en sie schnurstracks zur Polizei gebracht hat. ...
Im Gespräch mit Helgi Schmid zum Tatort Frankfurt
Marion Graeber im August 2021
Tatort ist Kult - was denken Sie, woran liegt das?
Die Reihe bietet nicht nur eine Menge Abwechslung, jeden Sonntag ist man in einer anderen Region, jedes Team hat seinen eigenen Stil, die Filme sind qualitativ sehr gut, mit wundervollen Kolleg*innen und tollen Regisseur*innen. Mir persönlich gefallen die Fälle aus Frankfurt und Wiesbaden besonders - hier wird ganz wunderbar mit Genres und Zitaten gearbeitet und es entstehen einmalige Filme.
Allgemein sind Krimis gern gesehene TV Formate - wie denken Sie hierüber?
Krimis haben einen Vorteil zu anderen Formaten: die Zuschauer*innen kennen die Grundstruktur, die Guten suchen die Bösen, am Anfang passiert ein Mord und am Ende wird dieser aufgeklärt. Im Fernsehen hat man „nur“ 90 Minuten Zeit eine Geschichte zu erzählen, in manchen Formaten sogar weniger. Da hilft es den Zuschauer*innen nicht noch das ganze Setting erklären zu müssen. Alles was zwischen Mord und Aufklärung passiert unterscheidet sich letztlich nicht vom Liebesfilm, der Komödie oder anderen Genres. Das beweisen die Tatorte jeden Sonntag.
Was hat Sie am Drehbuch und an Ihrer Rolle im Frankfurter Tatort gereizt?
Jede Figur handelt egoistisch und versucht für sich das Beste rauszuschlagen, dabei trauen sie sich weit über Grenzen hinaus. Es wird getäuscht, gezockt und gekämpft. Frederick ist dabei einer der größten Zocker. Das ganze Leben ist für ihn ein Spiel, und der Hauptgewinn das große Geld, wenn es schon nicht die Liebe sein kann.
Gibt es eine Szene, welche Sie besonders berührt hat?
Beim Lesen des Drehbuchs habe ich schon viel gelacht. Der Autorin und Regisseurin Petra Lüschow ist ein super Buch gelungen mit absurden Situationen. Sie trifft genau meinen Humor und schafft Figuren, die der Knaller sind.
Vielen Dank, lieber Herr Schmid für den Einblick in Ihre Arbeit beim Tatort Frankfurt
'Musik - Ich höre fast alles außer Schlager und Speed Metal'
Marco Girnth
SOKO Leipzig – Take Away
Neue Folgen - SOKO Leipzig feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. 2001 ging die SOKO Leipzig als erster Ableger der SOKO 5113 auf Sendung. Über 450 Fälle hat das Team seitdem gelöst und ermittelt seit 2004 in der Primetime am Freitagabend um 21.15 Uhr
Freitag, 27. August 21, 21.15 Uhr ZDF
Ralf Harting (Knud Riepen) wird in einem Mietshaus brutal überfallen. Während der Befragung der Geschädigten erfahren Ina (Melanie Marschke) und Kim (Amy Mußul), dass seine Ex-Freundin Caro (Maike Jüttendonk) in großer Gefahr schwebt. Als Jan (Marco Girnth) und Tom (Steffen Schroeder) an ihrem freien Tag eine Pizzeria betreten, überschlagen sich die Ereignisse. Sie treffen nicht nur auf Caro, die vergeblich auf Ralf wartet, sondern finden auch den flüchtigen Täter im Lokal tot auf. Die beiden Ermittler werden sofort in Alarmbereitschaft versetzt, doch Jan fällt es in der angespannten Situation schwerer die Nerven zu behalten. Schließlich erfährt Tom den wahren Grund für Jans merkwürdiges Verhalten.
Im Gespräch mit Marco Girnth
Marion Graeber im August 2021
Hallo Herr Girnth, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich.
Ich mich auch. Danke.
Sind Sie gerade in Berlin?
Ja, ich bin derzeit in Berlin.
Wie viel Zeit verbringen Sie in Leipzig?
Wir drehen 25 Folgen im Jahr SOKO Leipzig. Wobei ich zwischen zwei und vier Folgen pausiere. Im Moment beispielsweise hab ich nach dem Ende der Sommerpause nochmal einen weiteren Monat frei, da ich „Frühling“ in Bayrischzell drehe. Ansonsten beschäftigt uns SOKO Leipzig schon von Januar bis Dezember mit nur kleinen Unterbrechungen. Wir drehen bis zu vier Folgen am Block. Dann gibt es einen Regiewechsel. Dann geht’s wieder weiter. Im Sommer dann eine große Sommerpause von vier Wochen.
Eine intensive Zeit. Dann kennen Sie Leipzig schon sehr gut…
Ja, Leipzig ist für mich eine zweite Heimat.
Haben Sie Lieblingsplätze?
Ja, klar. Lächelt. Wenn ich abends unterwegs bin, bin ich beispielsweise gern in der Gottschedstraße. Joggen gehe ich im Auenwald. Man kann auch gut zum Cospudener See raus fahren. Der Cospudener See ist ein ehemaliges Braunkohletagebau-Gebiet welches rekultiviert und richtig schön angelegt wurde. Es gibt tolle Restaurants und man kann super Wassersport betreiben. Leipzig ist wirklich eine Reise wert.
… und gar nicht weit entfernt von Berlin
Mit dem Zug komm ich in gut einer Stunde von A nach B.
Da ist es nach Stuttgart ein bisschen weiter..
Ich war tatsächlich gerade in der Nähe von Stuttgart – in Esslingen. Wir sind mit einem alten amerikanischen Wohnmobil unterwegs gewesen. Und da wir Freunde in Stuttgart haben, sind wir auf einen Besuch vorbeigefahren. Ich habe aber auch schon mal in Stuttgart gedreht. Ich bin begeistert von Esslingen. Und Stuttgart ist auch schön.
Ja, wirklich.
'Ich hab bei einem Dreh in Russland Menschen auf einem öffentlichen Platz
Tango tanzen sehen. Das hat mich total geflasht'
Helgi Schmid
Im Gespräch mit Helgi Schmid „Immer der Nase nach“ Donnerstag, 26. August 21, ZDF 20.15 Uhr
Inhalt/Auszug:
Aussortiert – und das mit knapp 50! Beruflich wie privat fühlt sich Schaufensterdekorateurin Tanja (Claudia Michelsen) ins Off gelegt. Aber sie reckt mutig das Kinn. Natürlich kann sie noch mithalten!
Tanja erfährt Bestätigung durch Nick (Helgi Schmid), einem Schreiner in den Mitdreißigern, den sie auf einer Party kennenlernt. Sie üben aufeinander eine prickelnde Anziehungskraft aus, die Tanja nach und nach auch zu genießen lernt.
Im Gespräch mit Helgi Schmid
Marion Graeber im August 21
Hallo Herr Schmid. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich.
Gerne doch!
Sind Sie gerade in Mannheim?
Ja, ich bin in Mannheim.
In Mannheim gibt es die besten Dampfnudeln.
Ist das so? ... Beim Grimminger?
Ja, genau.
Ich sehe Sie kennen sich aus mit Dampfnudeln in Mannheim. Lacht. Der Grimminger ist direkt bei mir gegenüber. Ich werde nachher gleich rübergehen und das testen. Und wenn mich das nächste Mal jemand fragt, warum ich als Schauspieler in Mannheim und nicht in Berlin wohne, sage ich, dass es in Mannheim einfach die besten Dampfnudeln gibt. Lacht.
Nicht nur ich hab einen Bezug zu Mannheim. Auch Sie haben einen Bezug zu Stuttgart. Sie haben nämlich hier an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst studiert.
Ja, das stimmt. Ich habe im Jahre 2005 mit meinem Studium in Stuttgart begonnen und 2009 bin ich für mein erstes Engagement nach Freiburg gezogen. In Stuttgart habe ich anfangs in Untertürkheim, in einem Studentenwohnheim gewohnt. Für die ersten beiden Jahre war das super. Aber irgendwann war ich dann doch froh, eine Wohnung direkt oberhalb der Musikhochschule gefunden zu haben und so der morgendliche Weg etwas kürzer wurde.
Würden Sie sich als Stadtmenschen bezeichnen?
Ich war kürzlich bei Freunden im Pfälzer Hinterland. In einem Haus mit fantastischem Blick über die Weinreben. Da dachte ich „wow“, das hat durchaus seinen Reiz. Und das obwohl ich tendenziell lieber in der Stadt lebe. Es könnte also gut sein, dass sich meine Einstellung in den nächsten Jahren ändert. Egal ob Stadt oder Land, ich schätze mich glücklich durch meine Arbeit viele unterschiedliche Orte kennenzulernen und regelmäßig in andere Lebensentwürfe eintauchen zu können. Ein Privileg.
'Mein erstes Musikinstrument war das Akkordeon'
Tom Beck
Getrennt und doch im selben Haus abwechselnd wohnen – das ist „Nesting“, ein besonderes Modell für Trennungsfamilien. Dessen Vor- und Nachteile im Alltag durchleben Julia (Bettina Lamprecht), Noch-Ehemann Robert (Matthias Koeberlin) sowie ihre gemeinsamen Kinder Marie (Lola Höller) und Maxi (Linus von Emhofen). Die Komödie inszenierte Regisseur Tobi Baumann nach dem Drehbuch von Stefan Betz. „Nestwochen“ Komödie Donnerstag, 19. August, 20.15 Uhr
Im Gespräch mit Tom Beck
Marion Graeber Juli/August 21
Hallo Frau Graeber, ich grüße Sie.
Und das im schwäbischen Dialekt. Ich freue mich. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben, Herr Beck.
Ja, ich hab es mal probiert. Aber vielleicht blieb es bei einem Versuch.
Das war perfekt. Wir würden Sie einbürgern. Sind Sie gerade in Berlin?
Ja, ich wohne in Berlin und bin auch hier wenn ich drehfrei habe. Momentan bin ich unter der Woche in München.
Kommen Sie mit Dialekt auch gut durchs Berliner Leben?
Ja, det is schon so, dass mir och der Berliner Dialekt jut jefällt. Lacht.
'Ich tanze gern. Tanzen ist was Wunderbares'
Saskia Vester
„Marie fängt Feuer“
ZDF Sonntag, 09. Mai und 16. Mai, jeweils 20.15 Uhr - Neue Folgen der Herzkino-Reihe
„Marie fängt Feuer – Spiel des Lebens“
Marie gelingt es gerade noch rechtzeitig, zwei Kinder auf einem See zu retten. Ihr Vater hatte sie einfach vergessen. Seit dem Tod seiner Frau verfällt er immer mehr seiner Spielsucht. Und auch Philipp, der Vater von Maries Sohn Max, scheint zu vergessen, dass er Vater ist. Er verschwindet einfach und lässt den enttäuschten Max zurück. Marie muss ihre Familie schützen und entscheidet, dass Philipp keinen Platz in ihrem Leben hat. Sie will einfach das gemeinsame Leben mit Stefan genießen. Und so überraschen sich Marie und Stefan gegenseitig am Polterabend von Angie und Marco mit ihrem spontanen Entschluss, endlich zu heiraten.
„Marie fängt Feuer – Coming out“
Ausgelassen feiern die Wildegger die Hochzeit von Marie und Stefan. Endlich haben sie sich das Jawort gegeben. Dabei ahnen sie nicht, welcher Schicksalsschlag ihnen allen bevorsteht. Parallel findet Marie heraus, dass Stefans Seitensprung nicht ohne Folgen geblieben ist. Er wird wieder Vater. Eine erneute Prüfung für die beiden. Doch Marie ist klar, dass Stefan zu seinem Kind stehen muss – genauso wie sie zu ihrer Beziehung steht. Max ist frisch verliebt. In seine Mitschülerin Kirsten. Doch deren Leben gerät völlig aus den Fugen als sie ihren Vater beim Fremdgehen erwischt – mit ihrem Sportlehrer. Vollkommen überfordert sucht Kirsten die Hilfe von Marie.
Im Gespräch mit Saskia Vester
Marion Graeber
im April 2021
Hallo liebe Frau Vester, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr. Sind Sie in München?
Ja, wir sind zuhause.
Sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt…
Genau. Lächelt. Quasi um die Ecke…
Für „Marie fängt Feuer“ waren Sie tatsächlich auch quasi um die Ecke. Gedreht wurde und wird in den Ammergauer Alpen. Wie weit ist das von Ihnen entfernt und wie viele Drehtage sind jeweils angesetzt?
Ich fahr von hier gute eineinhalb Stunden bis zum Drehort. Drehtage sind das immer so ungefähr 21.
Entstanden sind nun bereits die Filme 11 und 12. Im Jahre 2016 kam „Marie fängt Feuer“ das erste Mal im TV. Wie ist es nach den Drehpausen wieder auf die SchauspielkollegInnen zu treffen?
Herrlich. Das ist einfach herrlich. Beim Kindermädchen Henriette stoße ich immer wieder auf ein neues Team und bin mit allen möglichen Sprachen konfrontiert. Da genieße ich es sehr ans Set von „Marie fängt Feuer“ zu kommen. Das ist so „coming home“. Lächelt. Alles ist irgendwie gemütlich. Wir haben eine so schöne lockere Atmosphäre, so unaufgeregt. Man kennt sich, hat keine weite Anreise - das tut einfach gut.
'Ich höre viel Jazz und auch viel Klassik'
Sabine Vitua
„Ein Tisch in der Provence“
Medical-Reihe im "Herzkino" ZDF, Sonntag, 11. April 2021, 20.15 Uhr und Sonntag, 18. April 2021, 20.15 Uhr
In ihrer gerade eröffneten Landarztpraxis kreuzen Véro (Friederike Linke) und Hugo (Nico Rogner) in zwei neuen Folgen der "Herzkino"-Reihe verbal die
Klingen. Und auch in Véros Familie gibt es Konflikte. So lüftet Mutter Thérèse (Sabine Vitua) ein jahrzehntelang gehütetes Geheimnis.
Im Gespräch mit Sabine Vitua
Marion Graeber April 2021
Hallo liebe Frau Vitua. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr.
Da höre ich einen schwäbischen Dialekt. Lächelt.
Ja, meine Herkunft kann ich nicht wirklich verbergen...
Das Schwäbische ist mir sehr vertraut. Ich habe von meinem 10. bis 19. Lebensjahr in Isny im Allgäu gelebt.
Das ist schön...
Ich finde das sehr angenehm, dass wir heute an einem Nachmittag telefonieren können. Für mich als Nachtmensch ist das perfekt....Wie sieht das bei Ihnen aus?
Ich muss sagen, das hat sich jetzt doch alles durch die Pandemie etwas verschoben. Gerade dadurch, dass man am Abend nicht mehr so schön in die Restaurants gehen kann. An sich mag ich die Nacht sehr gerne. Ich hab aber das Problem, dass ich den Morgen auch so gerne mag. Wenn ich etwas arbeiten muss, mach ich das lieber morgens. Beispielsweise Text lernen. Dann wird es aber doch schwierig mit dem früh aufstehen, wenn man spät ins Bett kommt. Aber generell bin ich schon ein Mensch, der gerne spät ins Bett geht und den Abend und die Nacht genießt.
Da bleibt nicht viel Zeit zum Schlafen...
Ja. Lacht. Ich bin nicht so ein Freund des Nachmittags. Den könnte ich dann gerne 'wegschlafen'.
Das wäre auch eine Möglichkeit...
Man weiß ja leider, dass sich nicht alle Menschen nach den eigenen Bedürfnissen richten. Lächelt. Bei einem Drehtag kann ich dann leider nicht sagen, dass ich gern mal ein paar Stunden verschwinden würde. Aber die Menschen im Süden, die haben für mich so einen guten Rhythmus. Eine unglaublich lange Siesta ... und dann werden sie wieder aktiv. Das finde ich toll.
Das wäre tatsächlich meine nächste Frage gewesen. Die Lebensart in der Provence beispielsweise. Das wäre doch die Lösung für uns.
Absolut.
Wie haben Sie die Dreharbeiten für die Herzkino Medical-Reihe „Ein Tisch in der Provence“ empfunden? Ich habe gelesen, dass Sie die Provence auch als einen Sehnsuchtsort beschreiben...
Ja, das stimmt. Das empfinde ich wirklich so. Die Provence hat eine der schönsten Landschaften. Da bin ich sicherlich vom Allgäu geprägt. Ich mag es landschaftlich sehr gerne hügelig. Ich mag es nicht, wenn die Berge zu hoch sind aber dieses hügelige finde ich wunderschön. ... Und im Hintergrund, weit weg, die hohen Berge und das Wasser. Herrlich. Da bin ich in Berlin und Brandenburg natürlich aufgeschmissen. Lacht.
Ja, in Isny und generell die ganze Bodenseeregion, ist eine Region mit hoher Lebensqualität...
Ja, ich denke beispielsweise an die Möglichkeiten des Skifahrens und an das Schwimmen im Bodensee. Ich war auch lange in Zürich am Theater. Den Süden finde ich auch wirklich besonders schön.
Mütterlicherseits ist meine Familie aus Ravensburg....
Ah, das ist interessant. Unser Landkreis.
Wie lange wurde in der Provence gedreht?
Wir haben ja jetzt aktuell Teil drei und vier gedreht. Durch Corona war ich fast durchgängig, sprich zwei Monate, in der Provence. Es gab nur zwei Unterbrechungen. Das eine Mal war, als mein Mann 60 Jahre alt wurde. Da sind wir nach Mecklenburg gefahren. Das weitere Mal, da hatte ich eine Lesung in Isny.
Das war bestimmt eine intensive Zeit in der Provence...
Ja, das stimmt. Aber wir haben nicht ständig alle zusammen gesessen.
'Beats und lyrische Sprache, das ist etwas, was mir sehr am Herzen liegt und mir sehr gefält.
Elektronische Rhythmen mit klassischer Literatur'
Philipp Hochmair
„ Blind ermittelt – Tod im Fiaker“: Sophie (Patricia Aulitzky) besucht mit ihrem Bruder Alexander Haller (Philipp Hochmair) eine barrierefreie Ausstellung in der Privatbank Schachner, die von ihrer guten Freundin und Bankiersfrau Solveig (Florence Kasumba) kuratiert wird. Als deren Mann auftaucht, bricht er vor ihren Augen tot zusammen. Auch Sophie wird vergiftet, als sie Erste Hilfe leistet. Eindeutig ist Zyankali im Spiel. Niko (Andreas Guenther) hat beobachtet, dass sich der Bankier davor bei einem Kutscher Kokain besorgt hat, und wird in die Fiaker-Szene eingeschleust. Doch auch der Prokurist Dr. Hohmann (Gabriel Raab) und die junge Witwe Solveig scheinen etwas zu verbergen zu haben…
„ Blind ermittelt – Lebendig begraben“: Der Tag, an dem Ex-Kommissar Alexander Haller (Philipp Hochmair) durch einen Bombenanschlag seine Verlobte und das Augenlicht verlor, hat sein Leben für immer verändert. Als bei einem Mordopfer eine rätselhafte Notiz mit genau diesem Datum auftaucht, bittet ihn seine Nachfolgerin Laura Janda (Jaschka Lämmert) um Unterstützung. In den Polizeiakten stoßen sie auf eine Spur: An dem Tag des Anschlags gab es einen weiteren Todesfall. Ein Verdächtiger nahm sich in der Untersuchungshaft das Leben. Doch wie hängen die Fälle zusammen? Zusammen mit seiner rechten Hand Niko (Andreas Guenther) rollt der ehemalige Chefermittler den abgeschlossenen Fall wieder auf. Während Haller nach dem Mörder sucht, ist dieser ihm längst näher, als er denkt. Denn der Unbekannte hat auch mit dem Ermittler noch eine Rechnung offen.
An der Seite von Philipp Hochmair und Andreas Guenther spielen wieder Patricia Aulitzky, Jaschka Lämmert und Michael Edlinger. In Episodenrollen sind Florence Kasumba, Emily Cox, Gabriel Raab, Alexander Beyer u.a. zu sehen.
Das Erste „Blind ermittelt - Tod im Fiaker“, Donnerstag, 8. April und „Blind ermittelt - Lebendig begraben“, Donnerstag, 15. April
Folge 4 und 5 - jeweils um 20.15 Uhr
Im Gespräch mit Philipp Hochmair
Marion Graeber 01.04.21
Hallo lieber Herr Hochmair. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich sehr.
Natürlich...
Wo sind Sie gerade...
Ich bin in Wien.
Haben Sie auch so schönes, sonniges Wetter?
Ja, endlich Frühling.
Nun ist es wieder soweit und Das Erste strahlt zwei neue Folgen von „Blind ermittelt“ aus. Wurden die Filme im vergangenen Jahr unter Corona Bedingungen gedreht?
Ja, das war der heiße Sommer 2020 in Wien. Glühende Stadt. Es war meine erste Corona-Film-Erfahrung. Wir wurden alle regelmässig getestet und hatten sehr strenge Auflagen am Set. Zum Glück sind alle gesund geblieben und wir konnten beide Folgen erfolgreich zu Ende bringen..
Sicher auch ein extremes Erlebnis, plötzlich die Crew, das Team um einen herum mit Masken vermummt zu sehen...
Ja, das stimmt. Bis auf die Schauspieler hatten alle permanent Masken auf. Keine Reaktionen der anderen sehen zu können, war wirklich seltsam. Auf jeden Fall ein Verlust. Es ist immer schön, die Reaktion des Teams zu spüren.
Die Mimik fehlt…
Ganz genau.
Ich habe in Graz neben meiner Schauspielausbildung einen besonders tiefen Tango getanzt.
Dramatisch und sehr körperlich. Das hat mich sehr an das Schauspiel erinnert. Dieses nicht alles bekommen was man möchte,
dieses verhandeln, dieses knistern.'
Matthias Lier
Frühling 1945 – endlich Frieden in Europa. Drei junge Menschen stellen sich in der Schweiz der Nachkriegszeit grossen Herausforderungen. Die Sehnsucht nach einem Neuanfang ist riesig, aber die Vergangenheit lässt sich nicht einfach abschütteln. Eine Geschichte über den guten Willen und den Verlust der Unschuld. Frühling 1945 – in der Schweiz herrscht Aufbruchstimmung – auch für drei junge Menschen. Klara, 23, die idealistische Tochter der Fabrikantenfamilie Tobler, arbeitet in einem Flüchtlingsheim. Dort trifft sie auf Kinder und Jugendliche, die das KZ überlebt haben. Diese Begegnung erschüttert ihren Glauben ans Gute im Menschen und löst einen heftigen Konflikt mit ihrer Familie und ihrem Ehemann aus. Klaras Gerechtigkeitssinn verbindet sie mit ihrem Schwager Egon Leutenegger, 32. Der ehrgeizige Bundesbeamte stellt sich in den Dienst seines Landes. Sein klares Ziel: In die Schweiz geflüchtete Nazis sollen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dabei wird Egon von Politik und Wirtschaft Steine in den Weg gelegt. Im Spannungsfeld von Idealismus und ökonomischen Realitäten steht Klaras Mann Johann Leutenegger, 28. Sein Schwiegervater hat ihn mit der Leitung des Familienunternehmens betraut. Jetzt steht dieses vor dem finanziellen Abgrund. Mit einem ambitionierten Plan will der Jungpatron Firma und Belegschaft retten. Doch dafür müsste er sich auf dubiose Geldgeber einlassen. Wie wird er sich entscheiden? «Frieden» betrachtet mittels einer Familiengeschichte ein wichtiges Stück Schweizer Historie, das in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Es ist auch das Portrait einer Generation, die nach dem Krieg massgeblich daran beteiligt war, die Grundlagen für die Schweiz von heute zu schaffen. Und es ist eine Geschichte über den guten Willen dieser Generation und wie sie dabei ihre Unschuld verloren hat. Die Arbeit an dieser Thematik beschäftigte Drehbuchautorin Petra Volpe («Die göttliche Ordnung», «Heidi») mehrere Jahre. Die sechsteilige Dramaserie ist eine Produktion von Zodiac Pictures in Koproduktion mit SRF und Arte. Zudem unterstützten das nationale Grossprojekt die SRGSSR sowie die Zürcher Filmstiftung, der Teleproduktions-Fond und das Bundesamt für Kultur. An der Seite von Max Hubacher («Der Läufer», «Der Verdingbub»), Annina Walt («Der Bestatter», «Amateur Teens») und Dimitri Stapfer («Sohn meines Vaters») spielen Stefan Kurt («Papa Moll», «Akte Grüninger»), Sylvie Rohrer («Der Läufer»), Therese Affolter («Die kleine Hexe», «Die göttliche Ordnung») und viele andere. Die Figur Rudolf Schneider spielt Matthias Lier. Die Dreharbeiten fanden zwischen dem 13. Mai und 28. August 2019 statt. Unter anderem wurde in Glarus, Zürich, Fribourg, Luzern und Bern gedreht. Regie führte Michael Schaerer («Lina», «Die kleine Hexe»).
ARTE - Reihe "Frieden" Donnerstag, 25. März, 21.10 Uhr und Donnerstag, 1. April, 21.15 Uhr
Im Gespräch mit Matthias Lier
Marion Graeber im März 2021
Hallo lieber Herr Lier, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr.
Ich danke Ihnen, dass Sie Interesse haben. Ich freue mich auch sehr.
Wie geht es Ihnen, sind Sie in Berlin?
Ich bin in Berlin. Mir geht es gut. Ich habe die Corona-Zeit persönlich und künstlerisch gut für mich genutzt.
Können Sie Beispiele nennen?
Persönlich hab ich die Zeit genutzt um mit meiner Partnerin einen Schritt weiter zu gehen. Künstlerisch gesehen hab ich sozusagen zu einem guten Kern in mir selbst gefunden. Ich bin zur Ruhe gekommen und konnte an meine eigene, innere Stärke andocken. Außerdem habe ich mein zweites Drehbuch geschrieben und auf den Weg gebracht.
Dann konnten Sie die Zeit ausfüllen….
Ja, aber es ist schon auch so, dass es immer wieder auch das Hoch und das Tief gibt. Aber, das mag ich als Schauspieler auch. Dieser Wechsel und das Wissen darum, wenn ich im Tief bin, dann dauert das seine Zeit. Und dann, dann folgt auch wieder das Hoch. Ich genieße diese Phasen und versuche, mich dabei selbst zu sehen - wie ich reagiere und agiere. Das macht das Dasein lebendig. Das macht mir Spaß. Erfahrungen, die ich da sammele, kann ich dann später auch in meine Figuren einfließen lassen.
Ich habe gesehen, Sie kennen Stuttgart?
Aber wie. Lacht. Wie meine Westentasche. In Stuttgart hat alles angefangen. In meinem ersten Leben war ich Ingenieur. Nachdem ich mein erstes Ingenieursstudium erfolgreich abgeschlossen habe, hab ich in Stuttgart-Vaihingen noch Kybernetik studiert.
Wie lange waren Sie in Stuttgart?
Das war gar nicht so lange. Es waren drei Jahre. Aber diese drei Jahre waren sehr intensiv und haben sich dadurch wie sechs Jahre angefühlt. Ich hatte in Stuttgart wirklich eine der schönsten Zeiten meines Lebens.
Inwiefern?
Ich habe ganz tolle Leute kennengelernt. Dann war Stuttgart für mich einfach auch eine super interessante Stadt, in der viel passiert. Ständig waren irgendwelche Demonstrationen. Lacht. Dann die vielen Kulturangebote. Die Röhre, der Palast der Republik, das Nordbahnhofgelände, wo Architektenfreunde die Eisenbahnwagons hatten... Das war einfach alles 'wow'.
'Stuttgart war für mich immer schon 'cool'. Gerade auch in Bezug auf die Musik, die aus Stuttgart kommt'
Trystan Pütter
Im Gespräch mit Trystan Pütter
Marion Graeber
Hallo lieber Herr Pütter, vielen Dank dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr.
Gerne.
Sind Sie in Berlin?
Ja, ich bin zuhause in Berlin. Und Sie sind in Stuttgart?
Ja, genau. Kennen Sie Stuttgart?
Ich bin, war großer Fan, beziehungsweise bin jetzt teilweise befreundet mit Stuttgarter Musikern aus der 0711er Clique – Die massiven Töne, Freundeskreis. Stuttgart war für mich schon damals ein cooler Fleck auf der Landkarte.
Dann waren Sie schon öfter in Stuttgart?
Zu selten. Ich habe mal in Stuttgart am Theater vorgesprochen. In Ludwigsburg habe ich Filme gedreht. Von dort aus sind wir dann nach Stuttgart zum Ausgehen gefahren. Damals noch in die einschlägigen Etablissements.
Höchste Zeit wieder zu kommen...
Ja, das würde ich auch sagen...
Diesen Monat startet im ZDF die Fortsetzung von Ku'damm. Diesmal 63. Wie haben Sie den Dreh unter Pandemiebedingungen erlebt?
Unser Dreh wurde im vergangenen Jahr wegen des Lockdowns unterbrochen. Wir waren eine der letzten Produktionen vor den Schließungen. Das war natürlich schon eine sehr unsichere Zeit. Das kennen wir ja alle. Wir wussten nicht, wie gefährlich ist dieser Virus wirklich, wie geht’s weiter, wann hat das alles ein Ende? Wir haben ein halbes Jahr Pause gemacht. Das war merkwürdig und fühlte sich komisch an. Aber, wir sind ja bei Ku'damm eine große Familie. Wir kennen uns. Wenn das Team das selbe ist, greift schnell alles wieder ineinander.
Beim Tanzen kommt man sich besonders nahe...
Das stimmt. Gerade in dieser Zeit war das wie ein Flash. Ich würde am liebsten die ganze Zeit Tanzfilme drehen, damit ich Menschen wieder nahe kommen kann. (Lacht) ... Wir waren natürlich alle getestet. Das war dann also kein Problem. Die einzelnen Szenen wurden auch ein bisschen umgeschrieben. Wir hatten beispielsweise weniger Statisten am Set. Die UFA hat da ein gutes Konzept entwickelt und wir haben uns sicher gefühlt. Ich bin auch ehrlich gesagt kein ängstlicher Typ.
'Die Pandemie gab mir so einen Anstoß, mich mit klassischer Musik auseinander zu setzen. Wenn man sich dann noch mit den Komponisten beschäftigt, finde ich das sehr interessant'
August Wittgenstein
Im Gespräch mit August Wittgenstein
Marion Graeber
Vielen Dank, lieber Herr Wittgenstein, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr. Sind Sie in Berlin?
Nein, ich bin gerade im schönen Nordrhein Westfalen auf dem Land unterwegs. Ich hatte ja meinen 40sten Geburtstag, welchen ich im engsten Familienkreis im Wittgensteiner Land verbracht habe.
Da gratuliere ich Ihnen nachträglich noch ganz lieb :)
Dankeschön.
Wie erleben Sie die Hauptstadt unter Pandemiebedingungen?
Ich finde es in der Stadt schon ziemlich unheimlich und ich habe den Luxus, hier bei meinen Eltern in der Nähe eine kleine Wohnung für mich zu haben. So kann ich hin und wieder mal der Stadt entfliehen. Es ist sehr ruhig hier und die Natur ist sehr schön. Von daher ist das ganz angenehm.
Es sind ja die kulturellen Angebote und die Restaurants die eine Stadt ausmachen. Wenn das alles geschlossen ist, wie in dieser Zeit, dann verliert die Stadt viel von ihrem Charme. Deswegen versuche ich im Lockdown so viel Zeit wie möglich auf dem Land zu verbringen.
Sie sind nun aktuell im März wieder in Ku'damm 63 zu sehen. Wann wurden die drei Teile gedreht?
Alle drei Teile haben wir im vergangenen Jahr gedreht. Wir haben im Februar angefangen und wurden im März durch Corona unterbrochen. Im August konnten wir dann weitermachen. Sehr beeindruckend, wie schnell die UFA und das ZDF das wieder auf die Beine gestellt haben. Da bin ich froh, dass wir das zu Ende machen konnten.
Wie war der Dreh unter Pandemiebedingungen?
Wir hatten Vorquarantäne und am Set gab es diverse Auflagen und Hygiene-Konzepte. Es war alles sehr anspruchsvoll. Die Dreharbeiten waren anders als sonst. Gerade auch was Abstände anbelangt. Die Gemeinschaft und das Miteinander sind das Schöne bei den Dreharbeiten. Aber ich bin froh, dass wir überhaupt arbeiten konnten. Andere Bereiche hat es da viel schwerer getroffen. Die Theater, um dieses Beispiel zu nennen. Ich schätze mich glücklich, dass ich im vergangenen Jahr überhaupt drehen durfte.
Wie war es, die Schauspielkollegen von Ku'damm alle wiederzusehen?
Wir verstehen uns alle sehr gut. Wir sind gut befreundet und kennen uns schon lang. Daher ist es auch immer eine lustige Sache. Sehr kollegial. Man lernt viel, darf tollen Leuten beim Spielen zuschauen. Das macht einen Riesenspaß. Ich schätze das Ensemble und bin sehr stolz ein Teil davon sein zu dürfen.
'Im Moment höre ich relativ viel klassische Musik'
Dirk Borchardt
Im Gespräch mit Dirk Borchardt „Nächste Ausfahrt Glück“, Sonntag, 28. Februar 2021, 20.15 Uhr und Sonntag, 7. März 2021, 20.15 Uhr ZDF Herzkino
30 Jahre nach Mauerfall treffen die Erzieherin Katharina (Valerie Niehaus) und Auswanderer Juri (Dirk Borchardt) in „Nächste Ausfahrt Glück“ in ihrer Heimatstadt Eisenach wieder aufeinander. Die Anziehung zwischen den beiden ist genauso stark wie früher – doch inzwischen ist Katharina mit Georg (Max Hopp) verheiratet und hat zwei Kinder. Zudem kümmert sie sich schon seit Jahren um Juris Vater Willi (Ernst Stötzner). Aber weil der überzeugte Marxist zunehmend wunderlich wird und sich immer wieder in brenzlige Situationen bringt, muss nun Juri ran. Und zu allem Überfluss hat Katharinas Freundin Sybille (Susanna Simon) auch noch einen Narren an dem Auswanderer gefressen.
Im Gespräch mit Dirk Borchardt
Marion Graeber im Februar 2021
Hallo lieber Herr Borchardt. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Da freue ich mich sehr. Sind Sie in Berlin?
Ja, ich bin in Berlin.
Wie fühlt es sich an – Lockdown in der Hauptstadt?
Für mich hat sich nicht so viel verändert. Was ich halt nicht machen kann - ich kann mich nicht mit so vielen Freunden treffen. Alles was geht, ist ab und zu ein Open Air treffen.
Und, die Vorzüge der Stadt sind uns ein bisschen genommen...
Die Vorzüge der Stadt, die liegen ja aber nicht nur im Nachtleben und im feiern. Lächelt. Aber es ist natürlich schon so, dass die Kultur im Moment so gar nicht stattfindet. Das beinhaltet für viele Kollegen große Probleme. Viele können derzeit nicht arbeiten. Das ist hart.
Hat der Lockdown Ihre Tagesstrukturen verändert?
Nein, nicht wirklich. Was ich halt vermisse, sind Umarmungen und Sport mit Freunden. .. Und, ich vermisse es auch, mehr Menschen zu sehen.
Sind Sie Tag- oder Nachtmensch?
Ich bin eher Tagmensch. Ich stehe früh auf und geh früh schlafen.
Haben Sie einen Sehnsuchtsort?
Das Meer
'Ich mag sehr gerne klassische Konzerte. Am liebsten live.
Auch Chansons liebe ich'
Susanna Simon
Im Gespräch mit Susanna Simon „Nächste Ausfahrt Glück“, Sonntag, 28. Februar 2021, 20.15 Uhr und Sonntag, 7. März 2021, 20.15 Uhr ZDF Herzkino
30 Jahre nach Mauerfall treffen die Erzieherin Katharina (Valerie Niehaus) und Auswanderer Juri (Dirk Borchardt) in „Nächste Ausfahrt Glück“ in ihrer Heimatstadt Eisenach wieder aufeinander. Die Anziehung zwischen den beiden ist genauso stark wie früher – doch inzwischen ist Katharina mit Georg (Max Hopp) verheiratet und hat zwei Kinder. Zudem kümmert sie sich schon seit Jahren um Juris Vater Willi (Ernst Stötzner). Aber weil der überzeugte Marxist zunehmend wunderlich wird und sich immer wieder in brenzlige Situationen bringt, muss nun Juri ran. Und zu allem Überfluss hat Katharinas Freundin Sybille (Susanna Simon) auch noch einen Narren an dem Auswanderer gefressen.
Im Gespräch mit Susanna Simon
Marion Graeber im Februar 2021
Hallo liebe Frau Simon. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr. Sie sind in Berlin?
Ja, ich bin in Berlin.
Ab Ende Februar wird die ZDF Herzkino Reihe „Nächste Ausfahrt Glück“ ausgestrahlt. Wann haben die Dreharbeiten stattgefunden?
Wir haben im August und September im vergangenen Jahr gedreht. Im Corona Loch. Wir haben das gerade so geschafft.
Wie haben Sie die Zeit erlebt?
Das war, im Gegensatz zu heute, das Paradies. Wir haben uns natürlich regelmäßig testen lassen und auch die Hygienebestimmungen waren fester Bestandteil des Lebens am Drehort. Und doch, alles war ein wenig freier als heute.
Sie können gut Vergleiche ziehen, haben Sie doch im November im Renaissance Theater geprobt...
Ja, das stimmt. Wir hatten unsere Proben aber wir konnten die Premiere, die für Dezember geplant war, nicht halten. Geprobt haben wir auf einer großen Bühne. Unser Stück ist ein Vier-Personen-Stück in dem es um die Liebe geht. Wir durften uns nicht berühren, uns nicht näher als 1,5 Meter kommen. Das ist teilweise doch behindernd, wenn man 1,5 Meter Abstand zueinander halten muss und sich nicht berühren darf. Da muss man die Figuren ganz anders anlegen. Aber besser so, als gar nicht.
Wann wird die Premiere sein?
Wir haben jetzt mal Ostern anvisiert. Wollen wir hoffen, dass die Situation bis dahin eine bessere ist…
Wie wichtig finden Sie freundliche, lockere Theaterstücke, Filme, die Herzkino Reihe in dieser, unserer heutigen Zeit?
Ich bin momentan so auf Komödien festgelegt. Das hab ich mir auf die Flagge geschrieben. Ich finde das wahnsinnig wichtig, dass man das Lachen in die Welt sendet. Gerade in dieser Zeit. Die Herzkino Reihe „Nächste Ausfahrt Glück“ ist eine Tragikomödie mit komödiantischen Elementen. Das finde ich sehr gut und sehr erleichternd. Mich hat das gereizt, dass romantische, komische und tragische Elemente vereint sind. Ich finde die Mischung gut. Das ist für mich stimmig.
'Ich höre schon sehr viel Klassik. Auch ein bisschen Jazz. Bei Autofahrten hab ich es aber auch gern mal leise'
Ann-Kathrin Kramer
„Tödliche Gier“, ZDF Mittwoch, 24. Februar 2021, 20.15 Uhr
Pastor Bahnert (Harald Krassnitzer) gerät samt Frau Claudia (Ann-Kathrin Kramer) und Kindern in die Gewalt von drei brutalen Gefängnisausbrechern. Die Kriminellen sind auf der Suche nach der Beute aus einem Diamantenraub, die vor Jahren in den Ruinen der jetzt renovierten Kirche versteckt wurde. Alle sind höchst angespannt. Versteckte Familienkonflikte treten zutage. Die Situation mit den skrupellosen Gangstern droht zu eskalieren.
Im Gespräch mit Ann-Kathrin Kramer
Marion Graeber im Februar 2021
Hallo liebe Frau Kramer, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Freue ich mich sehr.
Gerne.
Wo erreiche ich Sie gerade?
Ich bin im Bergischen Land.
Im Moment gestalten sich ja doch die meisten Interviews via Telefon?!
Ja, das stimmt. Hoffen wir, dass die Zeit in der man sich wieder begegnen kann bald wieder kommt.
Der Krimi „Tödliche Gier“ wird am Mittwoch, 24. Februar im ZDF ausgestrahlt. Wann wurde der Krimi gedreht?
Wir haben im November 2019 gedreht. Also noch vor Corona. Die Drehbedingungen, so wie wir sie für dieses Projekt gehabt haben, sind heute fast schon nicht mehr vorstellbar. Wir haben in drei Zimmern gedreht. Der ganze Cast und das Team war immer zusammen, die Fenster waren vernagelt, alles war verhangen und mittags wurde ein Mal durchgelüftet.
Haben Sie im vergangenen Jahr auch gedreht?
Ich habe Anfang des vergangenen Jahres begonnen einen Film zu drehen. Wir kamen genau in den ersten Lockdown und mussten unterbrechen. Jetzt, also quasi ein Jahr später haben wir diesen Film dann fortgesetzt. Natürlich sind die Bedingungen ganz andere. Man sieht die Menschen nicht wirklich auf die man trifft Gerade, wenn man draußen arbeitet und alle um einen herum warm eingemummelt Mützen und Mundschutz tragen. Man sieht dann nur noch die Augen. Aber immerhin, wir können drehen. Die Hygienebestimmungen sind natürlich sehr streng, aber das ist auch richtig so.
'Ich tanze jeden Tag. Wenn man nicht tanzt hat man im Leben etwas falsch gemacht'
Jophi Ries
„Ein Sommer auf Elba“ - Herzkino
Obwohl Maja und Thorsten geschieden sind, machen sie gemeinsam mit ihren Söhnen Urlaub. Der Gedanke ist gut, die Ausführung jedoch miserabel. Majas Anstrengung, mit allen etwas gemeinsam zu unternehmen, bügeln die Männer gekonnt ab. Kurzerhand lässt sie die drei alleine zurück und fährt einfach ins Blaue.
Im Gespräch mit Regisseur, Jophi Ries
Marion Graeber im Januar 2021
Hallo Herr Ries, danke, dass Sie Zeit für mich haben. Wie geht es Ihnen?
Alles super. Danke.
Am 24. Januar ist im ZDF Herzkino „Ein Sommer auf Elba“ zu sehen. Wann wurde der Film gedreht?
Wir haben im Juni/Juli diesen Jahres gedreht. Wir waren die Ersten, die mit der Öffnung Italiens wieder ins Land konnten. Am Flughafen in Zürich war es gespenstisch. Nur fünf Flugzeuge waren an der Tafel angeschrieben. Im Flieger dann, nur jeder zweite Platz besetzt.
Wie war die Situation auf Elba?
Auf Elba war es sehr lässig. Wir haben ja immer draußen gedreht. Und, es gab ein gutes Hygienekonzept. Alle wurden getestet vor dem Dreh. Die Schauspieler sogar mehrfach. Das war alles sehr gut organisiert. Ich hab jetzt aktuell in Hamburg gedreht – alle Drehs fanden in Räumen statt. Das war doch schwieriger.
Wie lange waren Sie auf Elba?
Die Drehzeit betrug zirka fünf Wochen. Ich war aber schon früher dort, weil ich noch vorbereitet habe. Das waren dann gut zwei Monate.
Waren Sie zuvor schon einmal auf Elba?
Lustigerweise war ich mit meiner Familie schon einmal auf Elba, ja. Das Hauptmotiv, wo wir das Familienhaus abgedreht haben, da war ich in Wirklichkeit schon. Als wir auf der Suche nach der Location waren, hab ich uns zu dem Haus geführt und so getan, als würde ich es auf dem Weg entdecken. Alle jubelten und meinten, wie toll das wäre und wie ich das gefunden hätte…. Dabei war ich ja heimlich schon dort. Lacht. Es war dann ein Glück, dass wir es zum Dreh bekommen konnten.
Was hat Ihnen auf Elba besonders gut gefallen? Was macht den Film besonders?
Die Inseln sind in den „Off Zeiten“ einfach fantastisch. Gerade weil die Massen an Menschen nicht da sind. Das hat mir dieses Mal so gut gefallen. Durch Corona ging es dort ja erst wieder etwas los. Es war einfach noch besonders leer und der Ort, an dem wir gewohnt haben, war so ein fantastischer Ort. Auch der Blick auf die Hauptstadt, genau gegenüber. Wir sagten immer, dass die Italiener aber ein fantastisches Filmstudio haben, wo sie jeden Abend dieses Filmset mit diesem Blick für uns aufbauen.
'Ich habe in Argentinien gedreht und dort auch diverse Tangoplätze aufgesucht und mich zum Tango auffordern lassen.
Ein wundervoller Tanz'
Jessica Schwarz
Der Schwarzwald ist eine deutsche Sehnsuchtslandschaft par excellence – selbst international ist der „Black Forrest“ eine bekannte Größe. Eine Landschaft, in der sich Urlaubs- und Ausflugserfahrungen vieler Generationen mit Sagen, Legenden, Märchen und Mythen verbinden, die dort ihren Ursprung haben. Neben dem spannenden Kriminalfall verbinden sich auch die privaten Lebensgeschichten unserer Protagonisten auf eine sehr schöne Weise mit den Besonderheiten dieser einzigartigen Landschaft. Jenseits der Postkarte liegen aber auch in dieser vermeintlichen Idylle Gut und Böse, Schönheit und Schrecken dicht beieinander. Waldgericht – Ein Schwarzwaldkrimi (Zweiteiliger Mystery-Thriller)
Jessica Schwarz und Max von Thun klären als Ermittler in der Umgebung von Freudenstadt ihren zweiten Kriminalfall. Regisseur O. Rosenmueller inszenierte erneut einen zweiteiligen Fernsehfilm nach dem Drehbuch von Anna Tebbe. In weiteren Rollen spielen Nadja Bobyleva, Robert Schupp, David Zimmerschied, Jeanette Hain und viele andere.
Montag, 4. Januar 2021 und Dienstag, 5. Januar 2021, jeweils 20.15 Uhr im ZDF
Im Gespräch mit Jessica Schwarz
Marion Graeber im Dezember 2020
Krimis in den verschiedensten Varianten sind beliebt bei den deutschen Zuschauern. Was denken Sie, woran das liegen könnte?
Das ist eine gute Frage. Ich glaube tatsächlich, dass der deutsche Fernsehzuschauer an kriminalistischen Fällen interessiert ist, an deren Auflösung, aber auch am Mitraten. Wir sind ja ein Land, in dem gerne Kreuzworträtsel und Sudoku gelöst werden. Aufklärung und Auflösung scheint uns sehr zu beschäftigen, was vielleicht auch mit unserer Geschichte zu tun hat – wo es ja ebenfalls viel um Aufklärung geht.
Wie gefällt Ihnen die Region – Schwarzwald?
Wir haben in Deutschland so viele unterschiedliche Regionen. Alle haben sie ihre eigenen Geschichten. Gerade der Schwarzwald ist ein echtes Eldorado für Traditionen, Märchen und Fabeln. Ich habe die Drehbücher gelesen und mochte vor allem das mystische sehr. Ich wusste, dass ich einen ganz wunderbaren Sommer vor mir haben werde, mit tollen Locations und schönen Motiven. Wir waren an ganz fantastischen Plätzen. Ich bin wirklich immer wieder überrascht, was der Schwarzwald alles zu bieten hat. Die Drehbuchautorin war zur Vorbereitung sehr viel in der Schwarzwaldregion und hat geschaut, wo all diese historischen Geschichten sind, was man daraus machen und wie man sie mit den Protagonisten verbinden kann. So verschmelzen in unserem Film Vergangenheit und Gegenwart.
Wie haben Sie diesen Sommer empfunden?
Das Interessante und Außergewöhnliche an diesem Sommer war, dass die Menschen nicht reisen konnten, wie sie es gewohnt waren. Die Hotels im Schwarzwald aber waren voll. Das Schöne liegt oft so nah.
Wie haben Sie Ihre Zeit im Schwarzwald genossen? Ich fand es toll, nach den anstrengenden Drehtagen (wir haben direkt neben dem Wald gewohnt) einfach nochmal eine Runde spazieren zu gehen und den Kopf frei zu bekommen, in der Natur sein zu können. Dafür war ich sehr dankbar. Das ist eine tolle Region mit viel gutem Wetter. Man kann auch fantastisch Essen gehen. Es gibt schlimmere Arbeitsplätze … lacht…
Waren Sie auch mal in Baiersbronn in der Traube Tonbach?
Da haben wir auch mal einen schönen Abend verbracht. Lächelt. Wenn man in dieser Region arbeitet, darf man sich das auch mal gönnen. Ich komme ja selbst aus einer Gastronomenfamilie und ich interessiere mich sehr für die Küche. Das haben mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben. Mein Neffe macht übrigens seine Ausbildung in der Traube Tonbach. Das ist ganz praktisch. Lacht.
'Bei uns zuhause hörten wir viel Jazz und Rhythm and Blues'
Max von Thun
Im Gespräch mit Max von Thun
Marion Graeber im Dezember 20
Lieber Herr von Thun, vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Ich freue mich sehr. Rufen Sie von München an?
Ja, das ist richtig.
Sehr fein. Dann sind wir nicht weit voneinander entfernt.
Woher kommen Sie? Das klingt schwäbisch.
Ja, Stuttgart ... Ihre Dreharbeiten waren zirka 80 Kilometer von Stuttgart entfernt, im Schwarzwald. Wie gefällt es Ihnen in dieser Region?
Es war ja der zweite Teil. Den ersten Teil haben wir auch schon im Schwarzwald gedreht. Von diesem Aspekt abgesehen, war es nichts Neues. Wir haben aber auch dieses Mal wieder an tollen Orten gedreht. Man entdeckt sozusagen als vermeintlicher Tourist Orte, die man sonst gar nicht besuchen würde. Ich kenne mittlerweile ein paar schöne Ecken und fühle mich dort sehr wohl.
Wie haben Sie den Dreh in Pandemiezeiten empfunden?
Ich habe vor dem Schwarzwaldkrimi noch einen zweiten Teil vom „Immenhof“ für's Kino gedreht. Ich dachte im April, ich würde dieses Jahr überhaupt nicht drehen können, hatte dann aber doch relativ viele Projekte. Natürlich bin ich dafür sehr dankbar. Das ist ein Privileg. Viele Kollegen hat das viel härter erwischt dieses Jahr. Das Drehen zu Corona Zeiten war natürlich ganz anders. Wir hatten alle drei Tage Corona Tests. Das hat uns eine gewisse Freiheit gegeben. Gleichzeitig hing das aber auch wie so ein Damoklesschwert über uns. … Was macht man, wenn sich ein Mitglied des Hauptcasts infiziert? … Unterbrechungen, Sorge um Versicherungsausfälle – das war schon eine andere Verantwortung. Ich bin schon eher ein vernünftiger Typ und versuche gut mit solchen Dingen umzugehen, aber das alles war trotzdem ein Unterschied zu den vorangegangenen Drehs. Ganz am Anfang wurde der Dreh in Kategorie eingeteilt. Ich bin im Film verheiratet und da ging es darum, dass ich meine Filmfrau zum Abschied küssen sollte – deshalb mussten wir fünf Tage zuvor in Quarantäne.
Sind Sie konstant am Drehort geblieben?
Ich war schon größtenteils am Drehort, ja . Es war auch ein, vom Wetter her, wirklich traumhafter Sommer und wir waren in einem sehr schönen Hotel untergebracht. Mein Sohn hat mich immer wieder, an den Drehtagen, die nicht so eng gestrickt waren, besucht. Mal ist er eine Woche, mal zehn Tag geblieben. Dadurch haben wir die Zeit schön verbracht und ich war, ehrlich gesagt, ganz froh, nicht in München gewesen zu sein. Im Sommer, in der Zeit der ersten Lockerungen, da war vor meiner Haustüre in München an der Isar immer viel los. Im Schwarzwald war es hingegen etwas abgeschieden. Das war ganz schön.
'Ich habe gerade in Krakau gedreht und in einem Buchladen im jüdischen Viertel den polnischen Tango für mich entdeckt.
Ich bin so begeistert von dieser Musik - das hat mich umgehauen'
Stephan Grossmann
„Familie Bundschuh im Weihnachtschaos“ Montag, 21. Dezember, 20.15 Uhr ZDF
Turbulent statt besinnlich geht es im Leben von Gundula (Andrea Sawatzki) und Gerald Bundschuh (Axel Milberg) auch in der Vorweihnachtszeit zu, denn Gundula hat die Rechnung ohne ihre chaotische Verwandtschaft gemacht. Zwar schmückt Gundula trotz des vorweihnachtlichen Chaos tapfer das Haus, doch manche Konflikte lassen sich selbst mit Lichterketten und Lebkuchen nicht befrieden. Nur ein wahrhaftes Weihnachtswunder kann die Bundschuhs an diesem Fest der Liebe noch zusammenbringen.
Im Gespräch mit Stephan Grossmann
Marion Graeber im Dezember 20
Hallo Herr Grossmann. Ich freu mich, dass Sie Zeit für mich haben. Lieben Dank!
Sie haben so einen schönen Dialekt. Da erinnere ich mich gleich wieder an die Dreharbeiten.
Ja, im Film spielt Eva Löbau Ihre Frau Rose aus Memmingen. Sie spricht auch mit schwäbischem Dialekt.
Ja, die Rose. Lächelt.
Man erkennt meine Herkunft gleich ...
Das passiert mir aber auch, weil ich bin ja gebürtiger Sachse. Das spüren und hören die Menschen gleich an der Melodie und an der Tonart der Sprache.
Ich werde aber auch oft für einen Schwaben gehalten. Lächelt.
Da haben wir also was gemeinsam.
Ja, da verstehen wir uns. Das ist schön.
Wie ist das für Sie, mit Dialekt auf der Bühne oder im Film zu spielen?
Es ist vorstellbar. Aber ich finde, Dialekte sind sehr stark typisiert. Ein Bayer drückt sich ganz anders aus, als ein Sachse, ein Schwabe oder ein Norddeutscher.
Dialekte sind aber auch schön.
Ja, sie helfen immer bei sich zu bleiben. Authentisch zu sein. Ich muss jedoch auch immer in der Lage sein, auf Hochdeutsch zu drehen. Ich persönlich mag es wenn der Dialekt so ganz leicht durchkommt. Wenn man spürt, wo der Mensch herkommt, wo er beheimatet ist.
Sie hatten in der Schauspielausbildung auch Sprachtraining.
Richtig. Auf der Schauspielschule ging das für mich ab meinem 18. Lebensjahr los. Gott sei Dank schon so früh.
Das war schwer damals in der Schauspielschule, da in unserem Jahrgang vier Sachsen waren. Die Sprecherzieherin hat wirklich gelitten. Denn, wenn wir uns privat unterhielten, sind wir wieder in unseren sächsischen Dialekt zurück gefallen.
Wichtig ist im Sprachtraining im Grunde genommen das Training der Muskulatur. Man musste lernen, eine gewisse Spannung in der Oberlippe zu haben, um die Worte richtig auszuformulieren und nicht alles so fallen zu lassen.
Verrückt war, Sie müssen sich vorstellen, als ich mit 21 Jahren an das Theater gekommen bin, mein erstes Staatstheater in Frankfurt am Main, da hab ich auf der Bühne gesprochen und hab gedacht, dass ich doch jetzt wie ein Schauspieler spreche. Da sagte der Regisseur: "Stopp, stopp, stopp, entschuldigen Sie mal, wo kommen Sie denn her?"
"Ich komme aus Sachsen" erwiderte ich. Und er nur: "Ja, dann sprechen Sie auch so". Diesen Satz hab ich mir als Schauspieler mein Leben lang eingeprägt. Man soll sich nicht verleugnen. Wo du herkommst, wer du bist, das ist wichtig.
Ich schick Ihnen mal die Rose und den Hadi vorbei. Lacht.
Oh, ja sehr gerne
'Ich hab für drei Filme Tango getanzt.
Ich finde das wahnsinnig toll und verstehe, glaube ich, instinktiv ziemlich gut, was Tango ist'
Axel Milberg
„Familie Bundschuh im Weihnachtschaos“ Montag, 21. Dezember, 20.15 Uhr ZDF
Turbulent statt besinnlich geht es im Leben von Gundula (Andrea Sawatzki) und Gerald Bundschuh (Axel Milberg) auch in der Vorweihnachtszeit zu, denn Gundula hat die Rechnung ohne ihre chaotische Verwandtschaft gemacht. Zwar schmückt Gundula trotz des vorweihnachtlichen Chaos tapfer das Haus, doch manche Konflikte lassen sich selbst mit Lichterketten und Lebkuchen nicht befrieden. Nur ein wahrhaftes Weihnachtswunder kann die Bundschuhs an diesem Fest der Liebe noch zusammenbringen.
Im Gespräch mit Axel Milberg
Marion Graeber im Dezember 20
Hallo Herr Milberg. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Das freut mich sehr. Rufen Sie aus München an?
Ja, ich bin in München.
Dann sind wir nicht so weit voneinander entfernt.
Sie sind in Stuttgart? Ja, das hab ich an Ihrer Sprache gehört.
Ich kann es nicht verleugnen.
Ja, das ist schön.
Nun geht es ja wieder los und die Familie Bundschuh tritt in Form einer fünften Folge wieder in unser Leben. Was reizt Sie an Ihrer Rolle des Gerald Bundschuh und wie würden Sie seinen Charakter beschreiben?
Gerald ist ein Finanzbeamter und kennt sich gut mit Zahlen aus. Er glaubt, dass man das Leben doch relativ gut in den Griff bekommt, wenn man ausrechnet, was gut ist und was falsch. Wenn man an die Berechenbarkeit des Lebens glaubt. Gerald würde gerne nach Hause kommen und ein glückliches Familienleben haben. Eines, wo die Rollen verteilt sind. So wie man das von früheren Zeiten her kennt. Aber dazu haben die anderen in der Familie nicht wirklich Lust. Das versteht Gerald aber nicht so richtig und nimmt das nicht ernst. Plätzchen backen gefällt ihm und, dass sich alle um den Tisch versammeln und vom Tag erzählen. Dass er Zeitung lesen kann … Aber zu all den Dingen kommt es nur für ein paar Sekunden und schon stehen wieder tausend Probleme ins Haus. Mir gefällt dieser leise Kampf. Gerald strahlt etwas altmodisches aus, und diese, seine Haltung trifft schmerzhaft auf die moderne Gegenwart.
Im April 2018 habe ich mit Andrea Sawatzki gesprochen und sie meinte, sie sei mit der Gesamtbesetzung so glücklich. Sie sagt: „Ich finde jede Figur für sich eigenständig, merkwürdig und kompliziert“. Wie empfinden Sie die Arbeit und die Interaktion mit Ihren Schauspielkollegen und wie finden Sie generell die Besetzung der einzelnen Charaktere?
Nach fünf Folgen haben wir uns natürlich längst aneinander gewöhnt und wissen, wie jeder in der Familie so ist. Das ist wie in einer wirklichen Familie. Die Schärfe vom Anfang ist eher einer Strategie gewichen. Gerade im Umgang miteinander. Ich mit meiner Schwiegermutter, mit meiner Mutter, mit meinem Schwager und seiner bigotten Frau – das hat eine Entwicklung durchlaufen. Ich kann nicht in jeder Folge alle immer rausschmeißen sondern wir werden sanfter zueinander und versuchen das Schlimmste zu vermeiden. Wir bleiben im Gespräch. Insofern ist das auch ein Modell von Familie. Die Familie, die man sich nicht aussuchen kann sondern schauen muss, wie kommt man unfallfrei über die Runden.
Sie sehen es auch so, dass die Besetzung der Charaktere toll getroffen ist?
Absolut. Die Charaktere sind krass. Am wenigsten krass ist meine Figur. Sagen vielleicht alle über ihre Rolle. Aber ich finde, Gerald ist eher jemand der reagiert. Er steht für Prinzipien – will das Chaos vermeiden. Einer muss der Vernünftige sein. Gerald möchte, dass alle lächelnd am Tisch sitzen und, dass das Essen auf den Tisch kommt. Er denkt, er bekomme das über das Nachdenken, das Rechnen und mit Zahlen und Freundlichkeit hin. Doch, da irrt er sich. Aber wenn wir es gut gemacht haben, schauen wir ihm bei diesem Irrtum gerne zu.
'Jedesmal wenn ich Tangomusik höre, bin ich begeistert. Das geht unter die Haut'
Gesine Cukrowski
„Weihnachtstöchter“, Montag, 14. Dezember, 20.15 Uhr ZDF
In Rolf Silbers Komödie spielen Felicitas Woll, Elena Uhlig und Gesine Cukrowski drei zerstrittene Halbschwestern, die ausgerechnet in der Adventszeit um das Erbe ihres gemeinsamen Vaters (Peter Lerchbaumer) streiten.
Im Gespräch mit Gesine Cukrowski
Marion Graeber im November 2020
Hallo liebe Frau Cukrowski. Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Wie geht es Ihnen?
Sehr gut geht es gerade. Vielen Dank.
Darf ich Sie fragen, von wo Sie anrufen?
Ich bin auf dem Rückweg aus der Camargue und sitze gerade auf dem Beifahrersitz im Auto. Mein Mann fährt.
Gab es ein Projekt in der Camargue?
Ja, ich habe dort zwei Filme (Ein Tisch in der Provence) für das ZDF gedreht.
Wie waren die Drehbedingungen zu Coronazeiten?
Ich war die ganze Zeit in einer sogenannten Quasi Quarantäne (das ist ein offizieller Begriff). Durch die langen Quarantänezeiten vor und nach den Drehtagen und meine Entscheidung aus Sicherheitsgründen nicht zu fliegen, waren wir lange am Stück vor Ort.
Eine große Distanz mit dem Auto, welche Sie zurücklegen...
Eine ganz schöne Strecke. Ja. Wir machen das in zwei Teilen. Wir kommen gerade aus Karlsruhe, wo wir einen Zwischenstopp eingelegt haben.
Dann sind Sie nicht weit von mir entfernt..
Ja, ich glaube wir fahren gerade auf Höhe Stuttgart. Lacht.
Das ist ein tolles Gefühl... Ich wünsche auf alle Fälle eine gute Fahrt.
Danke. Ich hab einen guten Fahrer. Lacht.
'Der Tango Argentino ist ein berauschender Tanz'
Rebecca Immanuel
In der 40. "Katie Fforde" Verfilmung will sich Helen Carter endlich ihren Lebenstraum erfüllen. Doch ihr Sohn Louis schießt quer. Hauptdarstellerin des Films zum zehnjährigen Jubiläum ist Rebecca Immanuel, die wenige Tage vor der Ausstrahlung ihren 50. Geburtstag feiert.
Im Gespräch mit Rebecca Immanuel
„Für immer Mama“ ZDF Herzkino
Marion Graeber - im November 20
Ich freu mich, dass Sie Zeit für mich haben. Wie geht es Ihnen?
Natürlich. Gerne. Baden-Württemberg, I love it. Lacht herzlich.
Mein schwäbischer Dialekt lässt sich nicht verleugnen ;)
Das hoffe ich doch. Da bestehe ich drauf. Ich schätze Baden-Württemberg, hab meine schönsten Erinnerungen aus meiner ganz frühen Karriere dort gemacht.
Inwiefern?
Ich hab ja eine staatliche Schauspielausbildung. Wie Sie wissen, gibt es da immer tausend Anwärter auf wenige Plätze. In Baden-Württemberg hatte ich meine aller-, allererste Schauspielaufnahmeprüfung. Das war 1992. Damals hab ich da tatsächlich in der Bahnhofsmission übernachtet. Als Student hat man ja wenig Geld. Ich hab die Aufnahmeprüfung gemacht und quasi das ganze Kollegium dort so aus den Latschen gehauen, dass der Leiter ein paar Wochen danach angerufen hat, um mir mitzuteilen, dass ich die letzte Runde der Prüfungen nicht mehr mitmachen muss. Ich hatte auf jeden Fall meinen Platz sicher.
Immer schön, wenn man positive Erinnerungen an eine Region hat.
Ich finde Sie haben auch so wunderschöne Museen.
Haben Sie vielleicht auch einen Bezug zum Tango Argentino? Die Musik, den Tanz?
Ich finde, der Tango Argentino ist ein berauschend schöner Tanz. Wenn man zuschaut. Ich kann mir auch vorstellen, dass er viele Menschen fasziniert. Die Musik, muss ich gestehen, ist mir ein bisschen zu dramatisch und schwermütig. Tanzen würde ich ihn gerne, nur nicht mit anderen Männer, einzig und allein mit meinem. Lächelt.
'Der Tango, der hat so viel Feuer in sich - ein ganz großartiger Tanz'
Janine Kunze
Mit zwölf neuen Fällen, darunter einem großen Jubiläum, meldet sich der Bochumer Ermittler zurück. In der 100. Folge feiern Nikolas Heldt (Kai Schumann) und Staatsanwältin Bannenberg (Janine Kunze) mit ihren Kollegen und Freunden auf spektakuläre Art in Deutschlands aufwändigstem Escape-Room „Flug des Todes“. Doch dann verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Realität. Aus einem harmlosen Spaß entwickelt sich ein Kampf ums Überleben – im wirklichen Leben.
Im Gespräch mit Janine Kunze - Marion Graeber
Im September 20
Vielen Dank, liebe Frau Kunze, dass Sie Zeit für mich haben. Wie geht es Ihnen?
Bis jetzt, Gott sei Dank, alles gesund und munter. Ich gehe ständig zu Coronatests, da ich Arbeit habe - und das nicht zu knapp (lächelt). Alles im grünen Bereich.
Alles unterliegt einer großem Umstellung. Ist aufwändiger geworden …
Ja, es ist alles sehr speziell geworden aber wir machen das alles mit und ich finde das auch ganz toll in meiner Branche – da jammert keiner. Wir alle, die Jobs haben, sind dankbar, dass wir arbeiten dürfen. Da werden Sicherheitsabstände eingehalten, Masken getragen und wir gehen, wie gesagt, ständig zu Tests. Alle gehen sehr verantwortungsvoll mit sich und den anderen um. Das finde ich großartig.
Beim Einkaufen ist es stiller geworden, freundlicher – aber es gibt auch diese andere Seite …
Ja, total. Die Menschen reagieren sehr verschieden. Ich merke auch sehr, dass viele mit den ganzen Neuerungen nicht klar kommen. Sind vielleicht auch ängstlich und verunsichert. Das ruft dann leider manchmal auch Aggressionen hervor. Ich denke, da sollte man an sich arbeiten und ruhig bleiben. Ich glaube es ist absehbar. Ich hab da Gottvertrauen und denke, es ist eine ganz eigenartige, spezielle Situation, die auch Angst macht. Doch, wenn wir jetzt alle zusammen stehen und diese ganzen Vorgaben einhalten, dann bin ich ganz fest davon überzeugt, dass wir das alle zusammen durchstehen und bald was gegen dieses Virus finden. Es heißt jetzt einfach nur durchhalten - für sich und die Gemeinschaft.
Ich denke, Sie hatten auch einen tollen Zusammenhalt bei „Heldt“. Wie fühlt es sich nach all den Jahren an, dass nun die letzte Staffel anlaufen wird?
Wir haben alle diesen Trennungsschmerz, weil wir sehr miteinander verbunden sind. Aber wir haben alle Kontakt miteinander. Es gibt auch eine Heldt-Gruppe in der wir uns regelmäßig schreiben. Wir sehen uns auch. Gerade auch mit Kai bin ich in einem sehr engen Kontakt. Es ist immer ein großer Schritt, wenn etwas beendet wird. In meiner beruflichen Karriere war ich immer wieder mal Bestandteil einer langlaufenden Serie. Das heißt, ich kenne das schon. Wir Schauspieler sind ja immer ambivalent. Auf der einen Seite sagen wir „es geht weiter“, man wünscht es sich … auf der anderen Seite ist es auch traurig, weil wir Abschied nehmen müssen. Ich glaube wir Menschen sind im Abschied nehmen sehr sehr schlecht. Wir durften bei „Heldt“ viele Dinge gemeinsam erleben. Waren Bestandteil einer unfassbar tollen Serie und eines großartigen Teams. Das war wirklich besonders. Wir sind, wie gesagt, bis heute miteinander verbunden, daran sieht man, wie wichtig uns die Kollegen sind und auch die Serie war.
Wo wird man Sie zukünftig sehen?
Ich hab so wahnsinnig viele Shows gemacht. Auch gibt es einen Podcast mit meiner Tochter - "Kunzes Kosmos", der derzeit einzige Mutter-Tochter-Podcast. Neue Werbespots für Poco sind ebenfalls gedreht. Ich mach also derzeit viel Shows und Moderation. Ich liebe das und hab sehr viel Spaß daran. Ich hoffe, ich kann das transportieren. Ich liebe meinen Job.
'Mir ist die Musik der 1970er und 80er Jahre nahe. Das ist die Musik, mit der ich aufgewachsen bin. Aber ich bin eigentlich gar nicht so ein großer Musikhörer. Ich muss gestehen, ich mag sehr gerne die Stille und die Geräusche, die um mich herum passieren'
Justus von Dohnányi
Der milliardenschwere deutsche Technologie-Konzern Lindemann hat sich zum Ziel gesetzt, das erste selbstfahrende Auto auf den Markt zu bringen. Bei einer Testfahrt kommt es zu einem Unfall, und eine Frau stirbt. Die Lindemanns sind es gewohnt, Probleme jeder Art mit Geld aus der Welt zu schaffen. Aber dieses Mal stehen sie im Licht der Öffentlichkeit. Jetzt gilt es für den CEO Benedikt Lindemann, das Bild des traditionsbewussten Familienunternehmens nach außen zu wahren. Doch die Machtspiele der Familie drohen zu eskalieren ..... „Breaking Even“ ZDFneo ab Mittwoch 14. Oktober, 20.15 Uhr
Im Gespräch mit Justus von Dohnányi im September 2020
Marion Graeber
In der ZDFneo-Dramaserie „Breaking Even“, spielen Sie den Firmenchef Benedikt Lindemann - wie würden Sie Ihre Rolle charakterisieren?
Lindemann ist ein Vollblutmanager. Um seine Ziele durchzusetzen geht er relativ skrupellos mit anderen Menschen um. Das betrifft seine Familie, aber auch Menschen außerhalb des Familienkreises. Dabei kennt er annähernd keine Grenzen um das durchzusetzen, was er für richtig hält.
Was hat Sie an der Darstellung besonders gereizt?
Ich fand die Idee eine solche Figur zu spielen, die so einen doppelten Boden hat, ganz interessant. Diesen durchsetzungsstarken Manager, der seine Interessen nicht alle offen legt, der dieses Spiel im Spiel spielt. Ich fand auch die Bücher gut entwickelt und geschrieben. Ich hab mich da sehr wohl gefühlt.
Gibt es Charaktere, die Sie bevorzugt verkörpern möchten oder schlüpfen Sie gern in die verschiedensten Rollen?
Ja, das Schlüpfen in verschiedene Rollen ist eigentlich mein Wunsch und war auch der Ansatz, warum man das Mal werden wollte. Schauspieler. Ich hab sehr viel Theaterarbeit gemacht. Anfangs mehr als Film. Film hab ich später angefangen. Im Theater wird man im Ensemble immer wieder in ganz andere Geschichten hineingepackt und das macht eigentlich die Vielfalt, die Freude und den Spaß aus.
Wie bereiten Sie sich auf Rollen vor?
Das kommt ganz auf den Charakter an. Wie die Rolle angelegt ist. Manchmal gibt es historische Vorlagen, manchmal reale Personen. Manchmal ist es ein intensives Gespräch mit dem Regisseur, ein anderes Mal ein Fachbuch. Auch kann man aus der eigenen Biographie und den eigenen Erlebnissen schöpfen.
'Der Tango Argentino ist ein grossartiger Tanz.
Ich liebe auch die Musik sehr'
Christian Berkel
Hauptkommissar Bruno Schumann (Christian Berkel) klärt seit 2006 als Viktimologe Mord- und Kriminalfälle für das LKA in Berlin auf. Vierzehn Jahre nach dem Sendestart von "Der Kriminalist" zeigt das ZDF nun die letzten sechs neuen Folgen.
Christian Berkel im Telefoninterview
Marion Graeber
Mit Datum Freitag, 28. August laufen die letzten sechs neuen Folgen von „Der Kriminalist“. Ging der Abschied von Ihnen aus?
Ja, der Abschied ging von mir aus.
Wie schwer fällt es Ihnen sich von so einer erfolgreichen Figur zu lösen?
Ich hab mir das natürlich schon ein ganzes Weilchen überlegt. So in den vergangenen zwei/drei Jahren hab ich darüber nachgedacht, wann wohl der rechte Zeitpunkt ist. Aber, wenn man mal davon ausgeht, dass es den idealen Zeitpunkt sowieso nicht gibt, dann gibt es einen relativ idealen und ich hatte das Gefühl, das ist er. Entscheidet man sich dann einmal dafür, ist man erst mal froh und glücklich. Wenn ich allerdings so durch die Berlin fahre, denke ich, da hast du gedreht und damals waren wir hier und da. Ich war ja an unglaublich vielen Orte. Ich glaube insgesamt waren das an die zweitausend unterschiedlichen Motive in diesen vierzehn Jahren. Ich hab die Stadt innen und außen sehr genau kennen gelernt. Dann versetzt es einem so einen kleinen Wehmut-Stich. Ich bin aber auch froh, diese tolle Zeit gehabt zu haben und genau so froh bin ich jetzt wieder zu neuen Ufern aufzubrechen.
Sicher ist es auch nicht einfach sich nach vierzehn Jahren vom Schauspielteam verabschieden zu müssen…
Nein, das ist nicht einfach. Wir haben alle sehr gut zusammen gearbeitet. Das Schauspielteam und generell das ganze Team, von der Technik über die Beleuchtung bis hin zum Ton – wir hatten fast die gesamte Zeit ein konstantes Team. Das wird mir natürlich schon fehlen.
Welches Ende nimmt „Der Kriminalist“? Wird es dramatisch?
Nein, wir haben uns, ich glaube, da verrät man jetzt nicht zu viel, wir haben uns entschieden auf all diese Möglichkeiten zu verzichten. Diese klassischen Geschichten – der Kommissar wird erschossen, wird versetzt oder hat keine Lust mehr. Wir fanden, das würde der Arbeit und dem Zuschauer nicht gerecht werden. Es gibt eine letzte Folge und ich finde auch die ist sehr schön geworden. In der klingt das Ende so ganz leicht an, hat das aber nicht so zum Thema.
Was glauben Sie, warum sind Krimiserien beim Publikum so beliebt?
Ja, das ist eine gute Frage. Ich habe natürlich auch darüber nachgedacht. Eine hundertprozentig richtige Antwort kann es da nicht geben. Ich glaube, es hat damit zu tun – im Krimi, und vielleicht ist das auch eine Reaktion des Fernsehens, können wir heutzutage komplexere und auch düstere Geschichten erzählen. Das heißt auch, die Sender geben uns da mehr Freiraum die Geschichten zu erzählen. Mehr Freiraum, als wenn es ein völlig freier von Reihen und Serien unabhängiger Stoff wäre, der es dann eventuell auch ein bisschen schwerer hat beim Publikum. Ein weiterer Punkt ist, dass das Erzählen mit diesen Spannungselementen beim Publikum beliebt ist. Auch, dass die Welt, wie wir sie kennen, durcheinander geschüttelt und gleichzeitig am Ende doch wieder die Ordnung hergestellt wird. Ich nehme an, das sind die Teile des Erfolgs.
Wie viel Christian Berkel ist in Bruno Schumann?
Auf jeden Fall eine ganze Menge, denn ich hab die Figur ja von Anfang an entwickelt. Also die Grundidee der Viktimologie kam, in Zusammenarbeit mit der Produzentin, von mir. Ich hab damals einfach nach etwas gesucht, was mir nahe ist. Mir war klar, wenn ich das eine so lange Zeit machen möchte, dann darf die Figur nicht kilometerweit von mir weggehen. Obwohl es immer eine Figur bleibt, gibt es schon eine starke Bindung zu mir.
Vielen Dank, lieber Herr Berkel für dieses wirklich wundervolle Gespräch. Alles Liebe.
'Normalerweise darf man ja im Gletscher nicht drehen. Wir durften und das war echt irre für den Film'
.Jürgen Vogel
Vor 5300 Jahren: Eine Großfamilie lebt friedlich in den Ötztaler Alpen. Während ihr Anführer Kelab auf der Jagd ist, wird die Siedlung überfallen und die gesamte Sippe brutal ermordet. "Der Mann aus dem Eis" in der Reihe "Shooting Stars - Junges Kino im Zweiten". Montagnacht, 27. Juli
Jürgen Vogel im FaceTime Interview
Marion Graeber
Wo wurde „Der Mann aus dem Eis“ gedreht?
Der Film wurde an Originalschauplätzen gedreht, beispielsweise in St. Leonhard in Südtirol. Also überall in der Gegend, wo Ötzi zuhause war und wo er dann auch gefunden wurde.
Der Film kam 2017 in die Kinos, wurde 2016 gedreht?
Ja, genau. Wir haben ungefähr sieben Wochen in Südtirol gedreht. Das war wunderschön.
Zu welcher Jahreszeit fand der Dreh statt?
Es war Herbst und wir hatten noch viele warme Tage. Teilweise war es richtig heiß am Anfang. Dann wurde es in der Folge immer kälter, bis zu minus 15 Grad.
Die Szenen im Eis, in den Eisspalten – war das tatsächlich vor Ort?
Ja, das war in der Natur. Wir waren für den Gletscher in Kärnten/Österreich. Zirka auf 3.500 Höhenmetern. Das war schon extrem. Und, kalt. Aber auch faszinierend. Normalerweise darf man ja im Gletscher nicht drehen, wir durften und das war echt irre für den Film.
Diese Enge in den Gletscherspalten – wie war das?
Da musste man gute Nerven haben, das ist teilweise gar nicht so einfach. Das stimmt. Aber ich bin da relativ angstfrei.
"Musik ist ein wichtiges Medium, das einen im Leben
begleiten kann"
Jürgen Vogel
Im Gespräch mit Jürgen Vogel
Im Zuge seines Films "Der Mann aus dem Eis", hatte ich auch die Möglichkeit mit Jürgen Vogel über Tanz und Musik zu sprechen.
Hierzu ein Auszug ...
Darf ich Sie fragen, ob Sie für den Tanz/Tango eine Leidenschaft hegen?
Ich habe schon mal für einen Film getanzt. Lächelt. Für „Die drei !!!“. Da musste ich viel tanzen und hatte auch Tanztraining, vorwiegend Stepptanz. Tanzen ist ein wahnsinniges Fitnesstraining. Tänzer sind sowieso wahnsinnig fit. Ich finde das toll und bewundere das auch. Dieser Ausdruck der Kreativität mit dieser Freude. Ich glaube, dass das Menschen auch glücklich machen kann. Sich durch das Tanzen und das Singen so ausdrücken zu können, ich glaube das hat, neben dem Fitnesseffekt, schon eine unglaublich tolle und auch heilende Wirkung. Auch Musik ist etwas, was gut tun kann.
Welches Musikgenre ist Ihnen das liebste?
Das ist ganz unterschiedlich. Ich mag schon auch deutschsprachige Musik. Habe hierzu mal einen Film gemacht über eine Deutsch-Band. Das ist mir sehr nahe. Auch die Hamburger Jungs, da gibt es eine Verbindung in Bezug auf Generation und dem Heranwachsen. Ich höre aber auch gerne Hip-Hop und auch Klassik. Gerade Klaviermusik. Denke, ich bin da relativ breit aufgestellt. Musik ist ein wichtiges Medium, das einen im Leben begleiten kann.
Lieben Dank, Jürgen Vogel für diesen Einblick
'Al Pacino, Brad Pit, Leonardo DiCaprio - die möchte ich im Original hören'
Hannes Jaenicke
'Mirage – Gefährliche Lügen', Erster Teil Montag, 8. Juni, 22.15 Uhr neoriginal
15 Jahre ist es her, dass die Französin Claire (Marie-Josée Croze) ihren Ehemann Gabriel (Clive Standen) bei dem Tsunami Unglück in Thailand verloren hat. Geblieben sind ihr der 15-jährige Sohn Zack (Thomas Chomel) und die Erinnerung an eine große Liebe. Nun möchte sie in Abu Dhabi mit Zack und ihrem neuen Ehemann Lukas (Hannes Jaenicke) ein neues Leben beginnen .....
An drei Montagabenden in Doppelfolgen präsentiert das ZDF die Thriller-Serie "Mirage - Gefährliche Lügen" als deutsche Erstausstrahlung. In französisch-kanadisch-deutscher Koproduktion entstand vor der Kulisse von Abu Dhabi eine spannungsgeladene Geschichte.
Im Gespräch mit Hannes Jaenicke
Marion Graeber
Wie war es, Teil einer internationalen Produktion zu sein?
Ich bin vor Weihnachten 2018 zum Casting nach Paris gereist und habe dort den Regisseur Louis Choquette getroffen. Der war so angenehm, freundlich, witzig und professionell, dass ich sofort gedacht habe "das mach ich". Wir haben dreisprachig gedreht. Das war schwer für mich, mit meinem rostigen Französisch, aber ich hatte eine grossartige Zeit. Ein Monat Abu Dhabi (da muss man jetzt nicht unbedingt gewesen sein), dann drei Monate Marokko. Es war ein spannender und spassiger Dreh.
Wann wurde gedreht?
Wir haben von Ende März 2019 bis Mitte Juli 2019 gedreht. Das Casting, wie gesagt, war vor Weihnachten 2018.
Juni/Juli – da wird es so richtig heiß. Bin selbst einmal in dieser Zeit in den Arabischen Emiraten gewesen. Wie hast du es empfunden?
Bist du da freiwillig hingefahren? Mir ist alles dort zu künstlich. Und ziemlich obszön, was sie dort mit ihren …l-Milliarden machen. Was bei uns ein VW Golf ist, ist dort ein Lamborghini oder Ferrari. Diese Art mit Geld umzugehen ist mir fremd. Dann steht in Dubai die grösste Skihalle der Welt. Also, wenn wir schon über Klima und Umweltschutz reden, dann gibt es wenig Flecken auf der Welt, wo Umweltschutz so ignoriert wird, wie in den Emiraten. … Mir ist jede griechische Insel, jeder italienische oder spanische Strand lieber. (Selbst der Strand ist in Abu Dhabi und Dubai mit Sand aufgefüllt. Unter einer 15 Zentimeter Sandschicht verbirgt sich oft Beton). Bezüglich der Hitze - wir hatten schon am Anfang 40 Grad. Wenn einem die Hitze was ausmacht, sollte man bei so einem Film nicht zusagen. Das gilt für Abu Dhabi und Marokko.
Ich denke, reisen ist wichtig, bekanntlich erweitert es den eigenen Horizont. Neue Regionen kennenlernen, Missstände sehen und einordnen .. Zusammenhänge erkennen ..
Da geb ich dir recht. Ich war jetzt einmal in Abu Dhabi, da muss ich nicht wieder hin.
'Man kann sich wahrscheinlich auch so ein längeres Glück organisieren – das heißt dann Zufriedenheit'
Henry Hübchen
„Tage des letzten Schnees“, ZDF Montag, 3. Februar, 20.15 Uhr
Als Lars Eckert seine Tochter vom Eishockeytraining abholt, kommt es im dichten Schneetreiben zu einem tragischen Unfall - die Elfjährige stirbt noch am Unfallort. Kommissar Johannes Fischer (Henry Hübchen), der kürzlich seine Frau verloren hat, kennt die Eckerts und kümmert sich um den Fall. Tags darauf wird im Hof einer Wohnanlage eine Studentin erschossen aufgefunden. Markus Sellin, ein Hamburger Banker, der mit der jungen Frau eine heimliche Affäre hatte, rückt in den Fokus der Ermittlungen. Kommissar Fischer stößt auf ein fatales Beziehungsgeflecht, das Menschen, die ursprünglich nichts miteinander verband, schicksalhaft zusammengeführt hat.
Interview mit Henry Hübchen
Januar 2020
Was denken Sie, warum sind Krimis, Psychothriller und Krimidramen so beliebt beim deutschen Fernsehpublikum? Könnte es sein, dass der Zuschauer an der Auflösung eines Problems interessiert ist?
Da bin ich überfragt. Ich bin kein Soziologe und hab das noch nicht untersucht.
Aber ja, wenn es sich um einen Krimi handelt, wo es einen Mörder gibt, kann ich mir das gut vorstellen. Da kann was dran sein. Vergleichbar mit einem Kreuzworträtsel. Lacht.
Beim Krimidrama „Tage des letzten Schnees“, geht es um Verlust, Trauer, Sehnsüchte und Schuld – was denken Sie, folgt das Leben einem übergeordneten Plan, oder ist alles Zufall?
Das ist eine Glaubensfrage und darüber läßt sich nicht streiten. Ich glaube an keinen übergeordneten Plan. Ich glaube auch nicht, dass ich geplant war, um hier zu erscheinen auf dieser Welt. Ich glaube schon garnicht, daß ich von meinen Eltern geplant war, denn die kannten mich ja nicht. Der Zufall kommt uns zur Hilfe oder bremst uns aus.
Nach den Schicksalsschlägen in „Tage des letzten Schnees“ entsteht zwischen Lars und Kirsten Schweigen, aber auch Schuldzuweisung und Unverständnis. Auch bei Markus und seiner Frau wird über Grundlegendes nicht mehr gesprochen. Was denken Sie, wie wichtig ist es miteinander im Gespräch zu sein?
Sehr wichtig. Nicht nur in einer Zweierbeziehung sondern generell. Wenn die Sprache aufhört, wenn das Zuhören aufhört, die Überhebung sich breit macht, dann wird es schwierig. Wenn kein Gespräch mehr stattfindet, Halbwissen gepaart mit moralischer Ignoranz dominiert, ist das schrecklich.
Man blicke in die globalisierte Welt – also ich bin für „reden, reden und nochmals reden“. Und zuhören und dem anderen zugestehen, was man für sich selbst in Anspruch nimmt.
'In jeder Musikrichtung gibt es Schönes'
Fritz Karl
Foto: Dorothee Falke
Das Ehepaar Abel und Ursel Hradschek (Fritz Karl und Julia Koschitz) betreibt ein Landhotel im Oderbruch. Der Betrieb läuft schlecht und die Hradscheks leben über ihre Verhältnisse. Als Abel bei Gartenarbeiten zufällig unter einem Birnbaum das Skelett eines Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, reift in ihm ein raffinierter Plan. Mit Hilfe seiner Frau arrangiert er den perfekten Mord an seinem Gläubiger.
„Unterm Birnbaum“ Moderne Adaption der Fontane Novelle. Montag, 30. Dezember, 20.15 Uhr im ZDF
Interview mit Fritz Karl
Marion Graeber
Dezember 2019
Was hat Sie an der Rolle des Abel gereizt? Wie beschreiben Sie ihn?
So eine Rolle zu bekommen ist ein Fest für einen Schauspieler. Es ist eine Figur die so zerrissen ist. Abel liebt seine Frau so sehr, lebt aber weit über seine Verhältnisse und kommt in große Not. Da ist alles drin, was eine große Tragödie braucht.
Abel ist eine Figur mit großen Tiefen, aber auch voller Lebenslust. Ein ganzer Blumenstrauß, der einem da aufgetischt wird. Es ist einfach spannend so einen Charakter zu spielen.
Nach welchen Kriterien nehmen Sie Rollen an, bzw. lehnen sie ab? Schauen Sie, was zu Ihnen passt?
Passt zu mir, würde ja beinhalten, dass ich nur Rollen spiele, die zu mir passen. Aber ich sehe meinen Beruf so, dass ich mir Rollen, Figuren und Charaktere aneigne, die mir völlig fremd sind. Es ist ja viel interessanter, sich auf diese Weise etwas zu erarbeiten.
Mein Beruf ist Schauspieler. Figuren spielen, und Menschen zu unterhalten, damit verdiene ich mein täglich Brot. Wenn ich in der Situation bin, in der ich mir Rollen heraussuchen kann, dann lehne ich die ab, die oberflächlich sind, wenig Tiefe haben und nicht wirklich einenn großen Spannungsbogen, keine Ecken, keine Kanten haben. Denen geh ich eigentlich aus dem Weg. Aber vielleicht kommt es vor im Leben, um das tägliche Brot zu verdienen, Rollen anzunehmen, die vielleicht nicht die Qualität eines Abel Hradschek haben. Außerdem würde ich sicherlich Rollen ablehnen, die moralisch und politisch für mich nicht vertretbar sind, beispielsweise, wenn ein Film den Nationalsozialismus verherrlicht.
Historische Stoffe in die Gegenwart zu übersetzen, eine Chance für den Zuschauer sich mit großer Literatur auseinanderzusetzen?
Ja, sicher. Ich glaube, das ist etwas das sowohl in Deutschland als auch in Österreich ein bisschen abhanden gekommen ist. Die Engländer machen das mit einer großen Selbstverständlichkeit. Sie verfilmen ihren Shakespeare meist sogar historisch. Sie pflegen das auch. Wir haben relativ wenig Literaturverfilmungen, was schade ist. Das war schon mal stärker. Wenn man sich Schiller und Goethe, oder auch Büchner ansieht, da gibt es ganz große, spannende und theatralische Stücke, die eigentlich darauf warten, verfilmt zu werden. Am Theater wird vieles gespielt, aber ich glaube, es hätte auch wirklich im Film seine Berechtigung. Stücke modernisieren, das kann man machen. Das ist sicherlich eine Form, Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend mit Fontane gequält wurden, das nochmal auf eine andere Weise näher zu bringen.
'Der Tango Argentino das ist ein Tanz, wie auch der Flamenco, der eine Ebene hat,
die einfach aus einer anderen Zeit kommt'
Nadeshda Brennicke
Die in Tschechien in der Burg Pernstejn und vor zahlreichen Naturkulissen gedrehte Neuverfimung des Grimm'schen Märchens gehört zu der ZDF Reihe "Märchenperlen". Der Film wurde als "Best Feature Film" beim San Diego International Kids Festival ausgezeichnet und erhielt den Publikumspreis des Fabulix Märchenfestivals 2019.
Dienstag, 24. Dezember, 15.05 Uhr ZDF und ab Sonntag, 22. Dezember in der ZDF Mediathek
Im Gespräch mit Nadeshda Brennicke
Marion Graeber
Dezember 2019
Wie wichtig sind Ihnen Märchen?
Ich glaube, wie für viele Menschen meiner Generation, sind Märchen großartig. Wir sind damit groß geworden. Nicht nur mit Märchen, sondern auch mit so fantastischen Büchern, wie beispielsweise „Momo“ und „Die unendliche Geschichte“. Michael Ende ist einer der wichtigsten Autoren meiner Kindheit. Das prägt. Ich hab das Glück, auch in einer Zeit aufgewachsen zu sein, wo viel vorgelesen wurde. Wo es einfach nicht das Ipad war, was man vorgelegt bekommen hat. Wo man noch während der Autofahrt Hörspiele gehört hat. Ich bin sowieso sehr Hörspiel abhängig. Lacht. Ich kann stundenlang Hörspiele anhören. Das regt die Fantasie an. Kinder denken sich heute gar keine Geschichten mehr aus. Imagination ist was Schönes und die Märchen, die damals produziert wurden, haben mehr Platz für Fantasie gelassen. Ich finde das ist bei den heutigen Anime Filmen schwierig. Schon wegen der vielen schnellen Schnittfolgen, die eine krasse Reizüberflutung darstellen. Auch „Biene Maja“ wurde ja beispielsweise neu gemacht – da geht mir der nostalgische Spirit verloren, diese Langsamkeit. Mir fehlen auch die alten Heinz Rühmann Filme, die alten Märchen aus Tschechien. Mir fehlt so die Nostalgie Ecke.
Mögen Kinder das heute überhaupt noch – diese „alten“ Märchen?
Ich glaube Kinder mögen das, was wir ihnen bieten.
Weihnachten und Märchen – gehört das für Sie zusammen?
Weihnachten bestand auch daraus, zu sehen, was meine Eltern als Kinder gern geschaut haben. Da gibt es sensationelle Filme. Darüber abends generationsübergreifend diskutieren. Schön, wenn man sich austauscht.
Haben Sie Ihrem Sohn früher auch vorgelesen?
Ja, das habe ich. Darüber hinaus haben wir auch viele alte Filme angeschaut. Viele Filme, die auch ich als Kind gesehen habe. Beispielsweise auch die Weihnachtsreihen, wie „Silas“.
Was ist Ihre Lieblingsgeschichte/-märchen?
„Momo“ ist mein Lieblingsbuch und die „Unendliche Geschichte“. Vor allem Michael Ende hat für mich Märchengeschichte geschrieben. Märchen, die so viele Subebenen haben und Weisheiten. Die begleiten mich bis heute. Es ist ein Wahnsinn, was für ein Wissen dieser Mann für Kinder verarbeitet hat. Er hat letztendlich den einzig interessanten Weg literarisch gewählt – nämlich so ein Wissen an die Jüngsten zu vermitteln. Bei mir ist das voll aufgegangen. Ich höre die Geschichten heute noch gerne als Hörbücher.
'Ein sehr toller Tanz – aber wahrscheinlich sagen Tangotänzer, der Tango Argentino ist kein Tanz, sondern ein Lebensgefühl'
Sebastian Ströbel
Das ZDF zeigt sieben neue Folgen von "Die Bergretter". Zu sehen sind Geschichten rund um Bergrettungsleiter Markus Kofler (Sebastian Ströbel) und sein Team, welches mit Simon Plattner (Ferdinand Seebacher) in der neuen Staffel übrigens Verstärkung bekommt. Im Interview sprechen wir über schauspielerische Arbeit aber auch über persönliche Leidenschaften.
Im Gespräch mit Sebastian Ströbel
Marion Graeber
November 2019
Vielen Dank, dass Sie Zeit für mich haben. Wo sind Sie gerade?
Ich bin zur Zeit in Hamburg. Ich darf mich ein bisschen regenerieren. Lacht. Die Dreharbeiten sind seit fast drei Wochen vorbei und jetzt hab ich Bergretter-Frei.
Familienzeit?
Genau. Familienzeit.
Wann beginnen die neuen Dreharbeiten?
Wir fangen wieder Anfang Februar 2020 an. Da sind wir im Kaunertal und drehen die Winterfolgen und dann geht es wieder das Jahr durch.
Sie kommen ganz aus meiner Nähe, sind in Karlsruhe geboren…
Ja, ich bin in Karlsruhe geboren. Mein Vater ist Stuttgarter. Meine Eltern, beide Schwaben. Wie auch ich. Auch meine Verwandtschaft kommt aus dem Tübinger und Esslinger Raum.
Sind Sie öfter in der Region?
Ja, ich bin öfter da. Vor allem in Esslingen. Ich hab auch lange in Ravensburg gelebt. In der Nähe des Bodensees. Auch dort habe ich Freunde. Ich hab also sehr viel Kontakt ins Schwabenländle. Lacht.
Wie gefällt Ihnen die Region Bodensee?
Der Bodensee und Oberschwaben sind wunderschön. Ehrlich gesagt, ist der Bodensee mit einer der schönsten Plätze die es gibt. Unfassbar schön.
Sie leben in verschiedenen Welten. In der Stadt und in der Natur gleichermaßen. Ein Kontrastprogramm…
Ja, absolut. Aber das ist auch das, was mich irgendwie ausmacht. Einerseits die Berge, diese Wildheit und Schönheit der Natur und auf der anderen Seite die Großstadt. Das ist toll. Glücklich, wer beides hat. Ich genieße das sehr. Durch die Dreharbeiten und die Zeit in den Bergen – ich kann mittlerweile keinen Tag mehr komplett im Haus verbringen. Ich muss immer raus. Ich würde zugrunde gehen, wenn ich nicht ein oder zwei Stunden am Tag draußen sein könnte.
Mit Hamburg haben Sie auch die Nordsee quasi vor der Türe. Lieben Sie auch das Meer, vielleicht Wassersport?
Ich liebe das Meer, aber ich bin jetzt kein extremer Wassersportler. Wir waren gerade in St. Peter Ording. Das war auch sehr schön. Mir reicht aber auch die Natur, der Wald, die Ruhe.
'Wäre fast mal ein Milonguero geworden'
Juergen Maurer
Der Anfang von etwas
Nach der gleichnamigen Erzählung von Siegfried Lenz
Anne Hoppe (Ina Weisse), die als Meteorologin im Seewetteramt Hambug arbeitet, trauert seit einem Jahr um ihren Ehemann Harry (Juergen Maurer). Dieser kam am Neujahrsmorgen beim Untergang eines Containerschiffs ums Leben. Seine Leiche wurde allerdings nicht gefunden. Bei einer Gedenkfeier glaubt Anne, ihren für tot erklärten Mann unter den Gästen zu erkennen. Zunächst hält sie das nur für ein Hirngespinst, doch als nachts in ihr Haus eingebrochen wird und sie einen Blick auf den Einbrecher erhaschen kann, ist sie sicher: Der Einbrecher ist Harry.
Im Gespräch mit Juergen Maurer
Marion Graeber
Der Film „Der Anfang von etwas“ spielt in Hamburg und Nordfriesland. Welche Anziehungskraft hat Wasser auf Sie? … Sie sind in Klagenfurt am Wörthersee aufgewachsen.
Das ist richtig. Lacht. Abgesehen, dass ich leidenschaftlicher Schwimmer und an einem See aufgewachsen bin, kann man das nicht mit der Nordsee vergleichen. Die Nordsee oder auch die Elbe, das ist ein komplett anderes Gewässer. Aber grundsätzlich mag ich es total gern. Hamburg ist unheimlich definiert durch Wasser. Das lieb ich sehr, wie auch die ganze Stadt.
Sind Sie oft in Hamburg?
Ich bin immer wieder mal in Hamburg, da ich ein Mal im Jahr einen Film dort drehe. Ich genieße die Zeit jedes Mal.
Eine intensive Zeit?
Ja.
Sie waren zu Drehzwecken ja auch auf einem Containerschiff. Was war das für eine Erfahrung? Wir haben auf dem Schiff einen Tag lang gedreht. So ein Schiff mal in seiner Größe zu sehen, das ist kolossal. Tatsächlich haben wir im Hafen liegend gedreht und dann gab es noch eine Luftaufnahme vom Containerschiff mit einem Double. Schon beeindruckend… Wahnsinn. Allein, wenn man schon die Szene von der Ankunft sieht, wenn er nach Hause kommt, die Gangway runter – irre.
Sie spielen im Film – Harry. Wie beschreiben Sie die Rolle und was hat Sie an Harry's Charakter gereizt?
An der Geschichte insgesamt hat mich gereizt, dass sehr unwegbare Situationen aufgezeigt werden. Gerade in Bezug auf die Schuldfrage der beiden Hautrollen, welche sich in einer indifferenten Gemengelage auflösen und man nicht genau weiß, ist Harry der Täter oder das Opfer. Wer hat was wem angetan und was hat sich daraus ergeben. Das mochte ich an diesem Buch. Diese ambivalente Situation, wo man nicht genau sagen kann, ob Harry nun der Bösewicht ist. Je mehr sich die Geschichte entblättert, je mehr kommt man drauf, dass das alles zusammen nicht so eindeutig ist.
Ja, man kann Harry nicht als den schlechten Kerl bezeichnen. Harry ist sehr eifersüchtig. Wie stehen Sie zur Eifersucht?
Eifersucht hat immer was mit Verlustangst zu tun und mit Unsicherheit.
'Musik ist so reichhaltig und schön'
Benjamin Sadler
'Jenseits der Angst'
Die renommierte Modedesignerin Lisa Hembach (Anja Kling) irritiert ihre Umgebung durch ihr Verhalten. Sie wirkt fahrig, unkonzentriert und fühlt sich verfolgt. Alpträume, Panikattacken und Angstzustände quälen die eigentlich selbstbewußte, attraktive Frau. Ihr unterlaufen beruflich schwere Fehler, die die neue Kollektion und damit die Zukunft der Firma gefährden. Ihr Mann Ronald (Benjamin Sadler) und die ganze Belegschaft sorgen sich um die seelische Gesundheit von Lisa.
'Ein verhängnisvoller Plan'
ist ein Thriller im Spannungsfeld zwischen bürgerlicher Fassade, Familie, skrupelloser Karriere und alter Schuld. Als Kriminalhauptkommissar Jan Brenner (Benjamin Sadler), verheiratet, zwei Kinder, am Morgen erwacht, liegt seine Geliebte Vesna (Katharina Nesytowa) neben ihm. Doch ihr Anblick lässt ihn erstarren: Vesna ist tot, erdrosselt mit seiner Krawatte. Er kann sich an nichts erinnern.
Im Gespräch mit Benjamin Sadler in Berlin
Marion Graeber
August/September 2019
Im Thriller „Jenseits der Angst“ trägt die Frau einen anderen Namen als ihr Ehemann – Was halten Sie persönlich davon? Sollte Zugehörigkeit auch über den Namen symbolisiert werden?
In Bezug auf den Thriller, da könnte man auch sagen, dass er das nicht will, da er selber gesehen werden möchte. Viele Beteiligten wünschen sich das, den gleichen Nachnamen zu haben, anderen wiederum ist das herzlich egal. Es wäre interessant zu wissen, ob diejenigen, die sich entscheiden den gleichen Namen zu tragen, sich weniger häufig trennen. Ich weiß es nicht. Lächelt. Es wundert mich jedenfalls nicht, dass es noch relativ tief sitzt, dass der männliche Name dominiert. Ich möchte behaupten, dass wir das in den nächsten Jahren sehen werden, dass die nachfolgenden Generationen das eventuell anders machen.
Angst und Manipulation sind beherrschendes Thema in „Jenseits der Angst“
Wie empfindet man da Dreharbeiten? Nimmt man gefühlstechnisch etwas mit nach Hause?
Nein, ich hoffe nicht. Das wäre schwierig. Gewisse Vorgänge oder Situationen, die nachklingen, das gibt es schon. Aber mit nach Hause nehmen – das tue ich nicht.
Obwohl – man taucht ja in Emotionen ein – aber ich fange nicht an, zu Hause weiter zu manipulieren. Lächelt.
Gibt es etwas, wovor Sie Angst haben?
Spinnen. Ja, Spinnen mag ich nicht. Sobald die dann auch noch ein bisschen größer und behaart sind ….
Der Film spielt in der Modewelt – Wie stehen Sie zur Mode?
Das Thema ist mir nicht egal. Ich mag gern schöne Sachen. Immer so auf dem neuesten modischen Stand zu sein und zu wissen, was en vogue ist, das allerdings interessiert mich weniger. Ich mag schöne Dinge und gute Qualität. Auch wie es gemacht ist. Als Mann ist das auch ein bisschen einfacher. Schlicht und dunkelblau geht immer. Lacht.
Was mögen Sie persönlich an Psychothrillern?
Letztendlich ist das immer gute Unterhaltung. Was ich mag ist, wenn ein Thriller nicht nur versucht den Thrill zu erzählen, sondern durch die Kombination der Figuren das etwas komplexer wird. Man kann in diesem Genre „Thriller“ auch ganz viel am Rande mit erzählen, in den Mittelpunkt setzen, obwohl es um ganz andere Dinge geht.
Im Gespräch
Dieter Hallervorden
Alwara Höfels
Marion Graeber
Im Film heißen die beiden Hauptdarsteller Olaf Hintz und Trixi Kuntze. Gibt es hierzu eine Ableitung oder eine Verbindung zur deutschen Redewendung „Hintz und Kuntz – für Jedermann“?
Dieter Hallervorden: Das müssen Sie den Autor mal fragen, wär` ich nicht drauf gekommen.
Alwara Höfels: Macht Sinn und unsere Geschichte ist ja auch eine von vielen.
Der Film „Mein Freund, das Ekel“ enthält Konflikte zwischen den verschiedenen Generationen. Wie beschreiben Sie den Film?
Dieter Hallervorden: Es ist eigentlich kein Film über Generationskonflikte und Altersprobleme, sondern ein Film, der verpackt ist in eine unterhaltsame Story, wo sich die Figuren gegenseitig entwickeln müssen und die Chance bekommen zu zeigen, dass sie noch etwas lernen können. Auch bereit sind, umzudenken.
In der Wohnung von Olaf Hintz wohnen drei Generationen. Er selbst als pensionierter Lehrer und Trixi Kuntze mit ihren drei Kindern. Was halten Sie von Generationshäusern oder Quartiersarbeit?
Dieter Hallervorden: Es war ja früher eine Selbstverständlichkeit – früher haben Familienmitglieder aufeinander aufgepasst. Das ist heute absolut nicht mehr der Fall. Heute sind andere Modelle gefragt. Der Zusammenhalt über Familien alleine funktioniert nicht mehr. Generationskonflikte hat es immer gegeben. Die Frage ist nur, wie weit es in vielen Fällen zu totalem Unverständnis der älteren Generation gegenüber gekommen ist und wieviel Respekt dem Alter gegenüber verloren gegangen ist.
'Jazz und Klassik hör ich am liebsten'
Christoph Maria Herbst
'Ich hab mal einen Tangokurs belegt. Das war toll'
Annette Frier
Tanzen Sie gerne? Tanzen Sie Tango Argentino? Frau Frier, sie haben in „Müttermafia“ einmal Tango getanzt.
Annette Frier: Ja, ich hab mal einen Tangokurs belegt. Das war toll. Gott sei Dank nicht mit meinem Mann (lacht).
Sie haben als Anne Merz ihrem Mann Erik Merz einen Tanzkurs geschenkt
Annette Frier: Ja, privat würde ich mich das nie trauen. Ich würde keinen Tanzkurs verschenken, ich würde wahrscheinlich ähnliche Antworten bekommen, wie von Erik Merz.
Und wie es ist mit dem Tanzen bei Ihnen, Herr Herbst?
Christoph Maria Herbst: Damals, als ich noch zur Schule ging, da hat man ja Tanzkurse belegt. Mit Abschlussball. Das hab ich alles gemacht. Alles im Anfängerbereich. Anscheinend hab ich es so geil nicht gefunden. Es ist auch schon 35 Jahre her. Das war eine Erfahrung und ich muss sagen – die möchte ich missen (lacht) Nein, tanzen macht ja Spaß. Da hab ich damals in den Tango rein gerochen, genauso wie in alle anderen Tänze.
Welches Musikgenre hören Sie?
Christoph Maria Herbst: Jazz und Klassik hör ich am liebsten.
Also Astor Piazzolla?
Christoph Maria Herbst: Ja, genau. Zieht mich nur manchmal zu sehr runter. Ich finde ihn doch manchmal, möchte nicht sagen deprimierend, aber die Melancholie, die ja auch zum argentinischen Tango und zur Musik gehört – holt mich dann in meinem Leben nicht zwingend ab. Aber zwischendurch höre ich das sehr gerne. Piazzolla war auch so unfassbar virtuos.
'Der Tango, der steht noch auf meiner Liste'
Chiara Schoras
Pubertät ist, wenn man trotzdem lacht. Die Pubertät - irgendwann trifft sie jeden. Wenn man mittendrin steckt in diesem hormonellen Chaos, erscheint einem die ganze Welt verrückt. Die eigenen bis dahin heiß geliebten Eltern mutieren zu peinlichen Wesen. Tja, und Eltern erscheinen die eigenen Kinder plötzlich als Monster.
Sechs Folgen "Das Pubertier - Die Serie", ab Donnerstag, 7. September, 20.15 Uhr
Im Gespräch mit Chiara Schoras
Im August 2017
Marion Graeber
Bald gibt es sechs Folgen „Das Pubertier“ im ZDF zu sehen. Wann hat dieses Projekt für Sie begonnen?
Wir haben im März dieses Jahres angefangen zu drehen.
Wie lange hat es gedauert bis alles abgedreht war?
Wir haben bis Ende Mai gedreht.
Die Serie spielt in Berlin?
Genau.
Also quasi vor Ihrer Haustüre ...
Ja, yippie yeah. Lacht. Ich bin vor 14 Jahren nach Berlin gezogen, weil ich damals ausschließlich jedes Projekt in der Hauptstadt gemacht habe. Als ich dann hier war, habe ich keinen einzigen Film mehr in Berlin gedreht. Erst im vergangenen Jahr ging es dann wieder los. Ein sehr schönes ZDFneo-Projekt.
Ist ein Filmdreh in der Stadt in der man wohnt einfacher in den Alltag zu integrieren? Natürlich, man dreht und kommt abends nach Hause. Auf diese Weise kann ein normaler Alltag stattfinden.
Sie haben eine 16jährige Tochter. Wie ist das mit der Pubertät bei Ihnen zuhause?
Wir sind aus dem Gröbsten raus. Lacht. Allerdings sind wir wirklich sehr entspannt durch diese Zeit der Pubertät gegangen. Wir haben viel miteinander kommuniziert, was sehr hilfreich war. Auch in unserer Serie gehen die Eltern relativ entspannt mit dem Thema um. Jan Maybacher, von Pasquale Aleardi gespielt, versucht alles gut und richtig zu machen. Er erkennt, dass seine Tochter zu einer Frau heranwächst. Er hat Angst, seinen Status zu verlieren. Bei Problemen nicht mehr gefragt zu sein. In der Pubertät spielen die Hormone eben verrückt. Wir stellen fest, dass unsere Eltern doch nicht so perfekt sind. Nicht alles wissen. Das Bild unserer Eltern bröckelt. Es stellen sich Fragen, wie: 'Wer bin ich', 'wer sind wir'. Die Identitätskrise ist in vollem Gange. Ich finde in unserer Serie wird das sehr schön dargestellt, diese Angst, diese Schwierigkeiten zuzulassen. Carla Maybacher, von mir gespielt, geht ganz geschmeidig damit um. Sie kann sich auch gut in ihre Tochter hineinversetzen, weil sie ja selber eine Frau ist. Ich finde es schön, dass wir eine Familie darstellen, die nicht immer sofort auf Konfrontation geht. Jan und Carla zeigen, dass man mit den Schwierigkeiten in der Pubertät auch anders umgehen kann. Humorvoll. Bejahend. Es ist ja bekannt, wenn wir draufdrücken, unsere Kinder unter Druck setzen, suchen sie das Weite. Unsere Aufgabe als Eltern ist es doch, das auszuhalten. Wir dürfen nicht vergessen, dass uns unsere Kinder brauchen. Die Pubertiere befinden sich ja in einer schwierigen Phase.
Andere Kulturen, Menschen lassen uns oft unser eigenes Leben von einem anderen Standpunkt aus betrachten. Reisen öffnet uns die Welt. Reisen Sie gerne?
Ja, absolut. Wir sind ja nicht nur ein deutscher Haushalt, sondern auch ein italienischer. Ich bin selbst in zwei Kulturen aufgewachsen. Meine Mutter ist Italienerin. Wir haben viel Zeit in Italien verbracht. Das ist meine Geschichte – und meine Tochter mittendrin. Ich finde es tatsächlich auch wichtig, mit Kindern zu reisen. Ihnen andere Kulturen zu zeigen. Ihnen zu erklären, dass die Dinge in anderen Ländern und Kulturen anders funktionieren. Man hilft ihnen damit. Man bringt sie auch ein bisschen weg von ihren eigenen Problemen. Wenn wir unterwegs sind, weitet sich unser Blick. Das verschafft uns einen Abstand zu unseren eigenen Problemen.
'Ich habe mit Senta Berger Tango getanzt'
Günther Maria Halmer
Im Gespräch mit Günther Maria Halmer
Im Mai 2017
Marion Graeber
Wie lange schreibt man so an seiner Autobiografie?
An der Autobiografie zu schreiben, das hat zwei Jahre gedauert.
Ist es schwierig sich mit dem eigenen Leben auseinander zu setzen?
Man wacht tatsächlich des Öfteren nachts auf. Ist in Gedanken. Es muss einem ja Stück für Stück etwas einfallen. Dann denkt man darüber nach, was stimmt, was hat man eventuell vergessen, oder auch was hat man verdrängt. All das muss man dann sofort aufschreiben. Auch nachts. Lacht.
Man nennt Sie einen Widerborstigen – Hat man als Widerborstiger mehr vom Leben?
Ich glaube nicht. Ich glaube, dass man auf diese Weise viel Energie verliert. Wenn man geschmeidiger ist, das gleiche Ziel verfolgt, ich glaube das ist besser. Lächelt.
Doch Sie sagen, es sind die Verrücktheiten, die einen weiter bringen?
Ja, Verrücktheiten in Anführungsstrichen. Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen. Ich hatte große, wichtige Gedanken, aber für die Kleinbürger waren diese Gedanken verrückt.
Auch Musik ist immer wieder Thema in Ihrem Buch. Elvis Presley beispielsweise. Was hören Sie heute?
Ich schalte gern das Radio ein. Höre Bayern1 oder Bayern3. Auch SWR1 oder SWR3. Ich geh aber auch gern in die Oper.
Haben Sie schon einmal Tango getanzt?
Ja. Doch. Schon ein paar Mal. Einmal sogar mit Senta Berger. Aber das ist schwer. Als Mann, diese Haltung, die man finden muss. Tango, das ist richtige Gestaltung
Lieben Dank für das Gespräch Herr Halmer
'Musik, an die man lange nicht mehr gedacht hat, die erwischt einen dann voll und ganz.
Das ist dann gar nicht Kopf, das ist Bauch'
Der Sommer 1986 beginnt für die Erfurter Schwestern Catrin und Maja Streesemann verheißungsvoll: Endlich halten sie die Reiseerlaubnis für ihren ersten Urlaub am Balaton in den Händen. Bepackt mit zwei Rucksäcken, Proviant von Mutter Kirsten und den guten Ratschlägen ihres Vaters Karl machen sich die beiden jungen DDR-Bürgerinnen per Auto-Stopp auf in den Süden. Die Verheißung auf grenzenlose Freiheit fernab der DDR und die Aussicht auf das ein oder andere romantische Abenteuer beflügeln ihre Fantasie. Am Balaton angekommen, lassen sie den Blick über die weite Wasserfläche schweifen, auf der Sportboote mit West-Touristen kreuzen, und sind sich sicher: Das wird der schönste Urlaub ihres Lebens.
Doch die beiden ahnen nicht, dass sie schon bald unter Beobachtung der Stasi stehen. Denn um Fluchtversuche von DDR-Bürgern zu unterbinden, betreibt die so genannte "Balaton-Brigade" im Ferienparadies Ausspähung in Badehosen. Während Catrin auf dem Campingplatz rasch neue Freunde findet – und mit dem sympathischen Rudi aus Mühlhausen auch einen Mann, der sich ganz offenbar näher für sie interessiert – ist die jüngere Maja magisch angezogen vom Glanz des schicken Luxushotels "Balaton-Residenz", in dem ausschließlich Westtouristen wohnen. Ab 80 D-Mark für eine Übernachtung – unvorstellbar für die jungen Frauen.
Doch das Schicksal hilft und verschafft ihnen nicht nur Eintritt in die "Balaton-Residenz", sondern auch die Bekanntschaft des ungarischen Hotelchefs Tamás. Catrin verliebt sich gleich in den charmanten Ungarn, aber Maja ist es, die ihm bei der ersten Gelegenheit einen Kuss abnötigt. Ein erster Schatten auf dem innigen Verhältnis der beiden Schwestern. Unterdessen rollt aber längst weiteres Unheil an: Mutter Kirsten hat nach einem omi¬nösen Anruf aus Ungarn allen Anlass zur Sorge, dass die Reise ihrer Töchter die komplette Familie ins Verderben stürzen könnte. Unter einem Vorwand bringt sie ihren Mann Karl dazu, den Trabi anzulassen, um Maja und Catrin hinterherzufahren.
Kirsten sorgt sich weniger um den verderblichen Einfluss des Westens auf ihre Töchter, als um ein altes Geheimnis, das an den sonnigen Ufern des Plattensees an die Oberfläche zu gelangen scheint. Denn was außer Kirsten keiner weiß: Karl ist nicht der leibliche Vater von Catrin. Und Kirstens alte Liebe Erik, der vor Jahrzehnten aus der DDR geflohen ist, macht selbst Urlaub auf dem Campingplatz, um endlich seine Tochter zu sehen......
Interview mit Dominic Raacke
von Marion Graeber
21. März 2017
Dominic Raacke:
Sie sprechen Schwäbisch, das erinnert mich an meine Kindheit.
Wo haben Sie Ihre Kindheit verbracht?
In Ulm. Ulm ist toll, eine kleine Stadt, aber durchaus selbstbewusst. Ich mag die Ulmer, die haben eine gute Mentalität.
Meine Ex-Frau ist auch aus Ulm. Ich selbst habe meine Kindheit dort verbracht. Bin da eingeschult worden. Meine Schwester ist in Ulm geboren.
Ich war allerdings ein bisschen ein Außenseiter. Wir haben oben am Kuhberg gewohnt. Dort war der Campus der Hochschule für Gestaltung. Mein Vater war Dozent. Das war so eine eigene Welt und hatte mit Ulm nicht viel zu tun. Es war ein bisschen wie in einer Raumstation, sehr internationl, die Dozenten, aber auch einige Studenten kam aus aller Welt. Da wurde man von den richtigen Ulmer schon mal schief angeschaut.
Wie alt waren Sie zu dieser Zeit?
Von 5 bis 8 ... ich wurde in Ulm eingeschult. Geboren bin ich in Hanau. Da mein Vater Dozent und später Professor war, waren wir immer ein bisschen auf Wanderschaft.
Sie stehen Veränderungen also offen gegenüber?
Man hat nicht so die Verbundenheit zu nur einer Stadt. Ich bin mehr entwurzelt. Das hat für das Leben aber auch Vorteile. Ich finde das sogar entscheidend. Für einen Schauspieler sowieso. Es ist wichtig offen für Neues zu sein.
'Ich brauche die Musik, um für mich den Reset Button zu finden'
Jochen Horst absolvierte 1986 in Graz die staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst mit Auszeichnung (Summa cum laude) im Studienbereich Schauspiel und wechselte anschließend nach London, um am Lee-Strasberg-Institut unter Anna Strasberg zwei weitere Jahre sein Studium zu vertiefen.
Horst wurde 1986 mit dem O.E. Hasse-Preis als Bester Newcomer des Jahres ausgezeichnet und einem breiten Publikum in der Rolle des Sascha in der Fernsehserie 'Das Erbe der Guldenburgs' bekannt. 1996 erhielt er für seine Rolle in 'Balko' den Adolf-Grimme-Preis.
Er wirkte in internationalen Produktionen, wie beispielsweise 1990 in 'Die Entführung der Achille Lauro' mit Burt Lancaster und 1993 'Der Zementgarten' mit. Zusätzlich arbeitet er am Theater. Jochen Horst hat mit Anouschka Renzi eine Tochter namens Chiara. Heute ist er mit Tina Ciamperla verheiratet. Mit ihr hat er einen Sohn, Chazz.
Interview mit Jochen Horst
von Marion Graeber
11. November 2016
Sie leben zwischen Palma de Mallorca und Berlin. Wie fühlt sich das an?
Ich wohne mit meiner Familie in Palma, bin aber hauptsächlich in Deutschland unterwegs. Ich arbeite die meiste Zeit.
Ihre Familie begleitet Sie nicht?
Meine Frau und mein Sohn sind zuhause. Mein 13jähriger Sohn geht zur Schule und braucht einen Fixpunkt. Diesen hat er in Mallorca. Es ist wichtig, dass er ein zuhause hat, auf das er sich verlassen kann.
Wie oft können Sie zu Ihrer Familie reisen?
Wir sind im 21. Jahrhundert. Die meisten Väter in der Klasse meines Sohnes sind Kapitäne, fahren zur See oder sind irgendwie anders unterwegs. Kaum ein Vater arbeitet von 9 bis 17 Uhr. Wenn Sie sich umschauen – das ist in den meisten Familien so.
Familienstrukturen haben sich geändert?
Ja, es hat sich viel in den Familienstrukturen geändert. Mich wundert das, wenn Menschen mich fragen: „Dann siehst du deine Familie vier Wochen nicht?“ … Ich denk mir: „Auf welchem Planeten wohnt ihr denn?“
Vielen Dank für das offene, intensive und wundervolle Gespräch, Jo
René Ifrah verkörpert Dr. Antonio Alvarez in "Franziskas Welt"
'Ich sehe alles, was ich in meinem Leben tue, als Teil eines gesamten Erlebnisses'
René Ifrah
Im Gespräch mit René Ifrah
Marion Graeber
03. März 2015
Du bist im Film "Franziskas Welt" mit der Pastorin Franziska liiert. Verkörperst den Arzt, Dr. Antonio Alvarez. Wie wichtig ist dir persönlich der Glaube? Bist du religiös?
Mir persönlich ist Glaube an etwas 'Größeres' sehr wichtig. Es hilft einem über so manch unausweichliche Hürde im Leben.
Religion an sich interessiert mich eher im historischen oder kulturellen Kontext. Sehr sogar, da Geschichte von Glaube oder Religion kaum zu trennen ist.
Im Film siehst du dich mit Franziska der Herausforderung gegenüber, Privatleben und Beruf zu vereinen. Auch persönlich ein Thema für dich?
Weniger. Ich sehe alles was ich in meinem Leben tue als Teil eines gesamten Erlebnisses. Ich finde Trennungen oft zu anstrengend.
Franziska ist etwas älter als du. Altersunterschied in Beziehungen. Deine Meinung dazu...
Das müssen die Personen entscheiden, die sich darauf einlassen. Es wird sicherlich seine Vor- und Nachteile haben. Ich persönlich bin der Meinung, dass jeder selbst entscheiden muss, was ihn glücklich macht.
'Die Menschenliebe ist Sinn unseres Daseins'
René Ifrah
René Ifrah ist ein Mann mit Tiefe. In Deutschland geboren, wanderte er gemeinsam mit seiner Familie in die USA aus. Er lebt in Brooklyn/New York. Doch auch Deutschland und insbesondere Berlin spielen für den Künstler eine große Rolle. Seine künstlerische und schauspielerische Tätigkeit entwickelte sich früh. „Der Weg in die Kunst ist mir schon in die Wiege gelegt worden“, sagt er heute. Sensibel, zärtlich, nah und mit einer tiefen Wärme zeigt er sich in Liebeskomödien, wie beispielsweise im ZDF Herzkino „Eine Liebe in New York“ und in „Das Geheimnis der Villa Sabrini“ .
„Man spielt ja im Grunde immer sich selbst“, sagt er im Interview. Genau das ist in den Filmen mit René Ifrah zu spüren.
Doch René Ifrah weiß: „Der Mensch hat so unheimlich viele Facetten". Und weiter: "Was mir Spaß macht ist der Inbegriff des Menschen zu sein und zu spielen“. So sind es nicht nur die Liebeskomödien, die der Schauspieler mit seiner Präsenz bereichert. Neben "Soko 5113", "Alarm für Cobra 11" oder in Donna Leons „Acqua alta“, um nur einige zu nennen, spielt er auch in Kriminalfilmen, Serien und zahlreichen Filmproduktionen wichtige Rollen. In Deutschland, wie auch in den Staaten. Im Jahre 2004 erhielt er zudem den Grimme Preis für "bester Schauspieler - Film: Grüsse aus Kaschmir".
Ob Beau oder Bösewicht – René Ifrah spielt seine Rollen mit Leidenschaft und aus der Tiefe seines Herzens.
Interview mit René Ifrah
Von Marion Graeber
14. Dezember 2014
Du bist in Frankfurt am Main geboren und später mit deiner Familie in die USA ausgewandert. Wann war das?
Ich war zehn Jahre alt, als wir nach Brooklyn gezogen sind. Mein Vater ist Amerikaner. Während unserer Zeit in Deutschland hat er für die Alliierten gearbeitet. Mit ihm hab ich mich nur Englisch unterhalten. Mit meiner Mutter sprach ich Deutsch. Ich bin also zweisprachig aufgewachsen. Ich war aber auch oft in Sizilien, bei meinen Großeltern.
Hast du Geschwister?
Ja, zwei jüngere Schwestern. Sie sind beide in den Staaten geboren.
Welcher Sprache fühlst du dich näher?
In Deutschland fühlte ich mich schon der deutschen Sprache näher. Ich sprach zwar mit meinem Vater nur in der englischen Sprache, aber mein soziales Umfeld war ja ein anderes. Als wir dann in den Staaten waren, sprach ich dann eigentlich nur noch Englisch. Dazu kommt, dass in Brooklyn die deutsche Sprache eher verpönt war. Unser Viertel war jüdisch geprägt und ich wurde dort - eigentlich das erste Mal - mit der negativen Seite von Deutschland konfrontiert.
Verschiedene Sprachen – unterschiedliche Identitäten?
Nach der Pubertät hab ich gemerkt, dass man Seiten und Identitäten von sich nicht so einfach wegschieben kann. Nach der Scheidung meiner Eltern, da war ich so 17 Jahre alt, war ich in New York auf mich allein gestellt. Mit 22 Jahren hab ich über meine Cousine die Möglichkeit gehabt nach Berlin zu reisen. Ich hab dann mein Geld zusammen gekratzt und mir ein Zwei-Wochen-Ticket gekauft.
Doch ich hab gesehen, dass ich in diesen zwei Wochen nicht mal habe anfangen können, die Fragen, die ich an meine deutsche Seite hatte, aufzuklären. Ich war neu in Berlin. Sprach inzwischen kein Deutsch mehr. Die Stadt und das Leben waren mir nicht vertraut.
Ich hab mich dann entschlossen, erst mal zu bleiben. Ich hab das Abitur nachgeholt (das amerikanische Abitur wurde nicht anerkannt) und mich in der Universität eingeschrieben. Ja, und ich hab wieder Deutsch gelernt.
Hast du in Berlin auch gearbeitet?
Ja, gearbeitet hab ich auch. Mit der Schauspielerei hab ich in Amerika schon sehr früh angefangen. In Deutschland hab ich Ruhe und Sicherheit gefunden und konnte mich wieder auf mich und auf die Schauspielerei konzentrieren.
‚In drehfreien Zeiten, reise ich gern‘
Peter Ketnath
Er ist der coole Kommissar Jo Stoll, der in der "Soko Stuttgart" seinen so ganz eigenen Kopf hat. Mit Jeans, Dreitagebart und einem Shirt passt Peter Ketnath nicht nur die Rolle des Jo Stoll. Peter Ketnath passt auch gut in die Stuttgarter Szene. Doch der Schauspieler ist auch international unterwegs. Nachdem er in New York studiert und in Spanien und Portugal gelebt hat, führte ihn sein Weg zudem nach Südamerika. Auch dort sind Filmproduktionen entstanden. Heute lebt er in Berlin und Stuttgart.
Interview mit Peter Ketnath
Von Marion Graeber
06. August 2014
Wie gefällt Ihnen Stuttgart?
Stuttgart gefällt mir gut. Ich komme zwar eigentlich aus München, lebe aber seit Jahren schon in Berlin. Ich habe auch mal in Hamburg gewohnt - ich kenne deutsche Städte eigentlich ganz gut. Aber was Stuttgart angeht, da war ich ein recht unbeschriebenes Blatt. Ich finde es recht angenehm hier. Landschaftlich und architektonisch ist es wirklich sehr reizvoll. Die Lebensqualität ist gut, die kulturellen Angebote, das Nachtleben, es ist alles da.
Wenn Freunde und Gäste kommen, sind die meistens deutlich positiv überrascht. Stuttgart könnte sich zu einem echten Geheimtipp entwickeln. Es ist gerade viel im Aufbruch hier. Auch fernsehtechnisch wird Stuttgart gefördert, es entstehen interessante Projekte - das ist sehr ansprechend. Stuttgart entwickelt sich ja gerade auch so ein bisschen zum Serienstandort, es kommen immer mehr Produktionen hier her.
Sind Sie Stadtmensch?
Ja, ich bin schon eher Stadtmensch. Ich bin beruflich viel unterwegs und auch viel in Städten, da fühle ich mich sehr wohl. Stuttgart wächst ja gerade zu einer richtig großen Stadt heran und ich hab hier trotzdem die schöne Natur. Das gibt es nicht so oft in Deutschland.
Wie und wo tanken Sie Kraft?
In mir selbst - da wo ich gerade bin. Ich muss nicht rausfahren oder auf eine einsame Insel gehen, um Kraft zu tanken.
Wie kam es zu der Entscheidung Schauspieler zu werden? Was bedeutet Ihnen Ihr Beruf?
Das hat sich, auf viele Zufälle gestützt, als Bestimmung herausgestellt. Die Schauspielerei war natürlich immer auch eine Sache, die mich fasziniert und interessiert hat. Ich bin durch glückliche Umstände in jungem Alter, so mit 18/19 Jahren, mit dem Beruf in Berührung gekommen, habe dann meine ersten Erfahrungen gesammelt und es auch immer als den Hauptsinn meines Betätigungsfeldes empfunden.
Ihre Lust auf andere, fremde Länder - wie ist das entstanden?
Ich war immer ganz gerne viel unterwegs. Gerade in drehfreien Zeiten und ich habe so ein gewisses Faible für Sprachen. Ich habe dann auch mal ein halbes Jahr in Spanien verbracht, war in Portugal, in Zentralamerika und in Brasilien - eigentlich wollte ich gar nicht unbedingt nach Brasilien. Ich war dann aber doch ziemlich überrascht von dem Land. Es ist ganz anders als die gängigen Klischees darüber berichten. Ich habe drei Monate dort verbracht.
Auf der Berlinale kam es dann zu einer Begegnung: Brasilianische Filmemacher suchten Schauspieler, die im besten Fall Portugiesisch sprechen konnten, oder auch Spanisch. Ja, so hat es sich ergeben, dass ich einen Film in Brasilien gemacht habe. Der Film lief sehr erfolgreich und war auch in Cannes. Darauf folgten viele andere Projekte in Lateinamerika.
Sie sind also für neue Projekte stets offen?
Ja, offen bleiben. Sich ins kalte Wasser begeben und sich auf Neues einlassen. Das ist für mich auch das, was den Beruf ausmacht, deswegen hab ich die Entscheidung Schauspieler zu werden auch nie bereut. Man geht immer einen Schritt weiter. Fazit: Es war eine glückliche Vereinigung zwischen mir und meinem Beruf.
Ich seh das auch mit großer Demut. Das ist auch das Schöne an der Schauspielerei, dass man sich immer weiter entwickeln kann. Das ist der Plan - man kann den Beruf lebensbegleitend ausüben, bis zum Schluss.
Sind Sie auch mal mit dem Tango Argentino in Berührung gekommen? Mögen Sie die Musik?
Ja, ich mag die Musik sehr gerne, aber ich tanze kein Tango (lacht).
‚Ich lebe von der Abwechslung‘
Stephan Luca
In der ZDF Komödie „Ein Reihenhaus steht selten allein“, glänzt Stephan Luca mit seinem heiteren-komischen Talent. Doch der Schauspieler lässt sich nicht festlegen. So gelang ihm im Jahre 2003 mit der Hauptrolle in „Held der Gladiatoren“ sein schauspielerischer Durchbruch.
Sein erster Auftritt am Ernst-Deutscher-Theater als männlicher Titelheld im Stück „Romeo und Julia“ brachte ihm den Friedrich Schütter Preis. Es folgten Engagements in Zürich und am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Stephan Luca stellte sein schauspielerisches Können und seine Wandlungsfähigkeit in Filmen, wie beispielsweise „Sie haben Knut“, „Die Sturmflut“, „Geile Zeiten“ und „Störtebeker“ unter Beweis. Weitere Filme mit Stephan Luca sind etwa „Das Inferno – Flammen über Berlin“, „Die Lawine“ und „Im Brautkleid durch Afrika“, um nur einige zu nennen.
Interview mit Stephan Luca - 3. Juli 2014 - Von Marion Graeber
‚Stuttgart ist mein altes Zuhause‘
Stephan Luca
Moin Moin
Hat Sie der Norden fest im Griff, Herr Luca?
Ja, der Norden hat mich schon fest eingenordet (lacht). Ich bin Wahlhamburger, das geht auch schnell in die sprachliche Komponente über.
Wie fühlt es sich an den schwäbischen Dialekt zu hören?
Das klingt in meinem Ohr nach Heimat. Stuttgart ist mein altes Zuhause. Darauf bin ich genauso geeicht. Mein Nord-Süd-Gefälle, das bleibt für mich immer bestehen.